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Pralinen aus Brunsbüttel : Naschen ausdrücklich erlaubt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Unternehmen Wagner-Pralinen produziert rund 200 verschiedene Rezepturen. Zurzeit läuft das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren.

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erstellt am 15.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Jetzt sind noch einmal alle Hände gefordert. In der Brunsbütteler Pralinen-Manufaktur hilft beim Verpacken mit, wer nicht gerade in der Produktion benötigt wird: Das Weihnachtsgeschäft von Wagner-Pralinen nähert sich dem Ende. Am 20. Dezember ist damit Schluss, die letzte Lieferung verlässt am 23. Dezember das Haus. Dann, so Geschäftsführer Jörg Wagner, sei das edle Konfekt noch rechtzeitig im Handel – für all die Last-Minute-Käufer. Denn: „Eine Praline ist ja ein unverfängliches Geschenk. Das macht jeden glücklich.“ Im Familienunternehmen mit seinen 150 Mitarbeitern, das Jörg Wagner (46) und sein Bruder Reinhard (53) in vierter Generation führen, wechselt dann der Fokus aufs Frühjahr. Gelegenheit, neue süße Versuchungen auf den Markt zu bringen.

Etwa 200 Rezepturen umfasst das geschmackliche Repertoire des Betriebs, der bundesweit auf etwa zehn ähnliche aufgestellte Mitbewerber kommt. Das bedeutet aber nicht, dass es keine neue Kreationen mehr gibt. Neben einem Grundsortiment lassen Jörg Wagner und seine Mitarbeiter Ideen für neuen Genuss breiten Raum.

Eine gute Praline sieht ansprechend aus – das Auge isst mit. Die Zutaten sind hochwertig, die Zusammensetzung liefert einen harmonischen Geschmack. Da macht es schon einen Unterschied, ob das Dekor mit weißer Schokolade oder in Zartbitter aufgetragen wird. Klassiker sind bei Wagner neben dem Champagner-Trüffel der „Weiße Schleswig-Holsteiner“ aus weißer Schokolade, die „Nordsee“-Praline mit dunkler oder die „Ostsee“-Praline mit Vollmilchschokolade.. „Das ist eine Regionalisierung, die wir durch die Welt tragen – seit 50 Jahren“, erklärt Wagner stolz.

Doch im Kern der süßen Spezialität made in Brunsbüttel findet sich auch rote Grütze oder Sanddorn. „Wir gehen mit offenen Auge durch die Welt“, erzählt der 46-Jährige über die Ideensuche für neue Geschmacksrichtungen. Creme Brulee etwa gehört dazu. Vor einigen Jahren, so Wagner, sei diese Nachspeise in Restaurants noch exotisch gewesen. Inzwischen hat die französische Leckerei sogar Einzug ins Wagner’sche Konfekt gefunden. Spielereien mit Gewürzen gehören dagegen der Vergangenheit an. Nichts ist beim Geschmack eben für die Ewigkeit, Trends ändern sich. Manches ist auf bestimmten Märkten aber nicht durchsetzbar. Marzipan gehe in Asien gar nicht, hat Wagner erfahren. Dort übrigens müssen keine eigenen, vermeintliche ausgefallenen Geschmacksrichtungen entwickelt werden. Die klassische Praline an sich gilt in Japan wie in China schon als exotisch.

Kunden geben ebenso Anstoß für neue Variationen wie auch die eigenen Mitarbeiter. Denen ist im Betrieb am Gutenbergring sogar das Naschen ausdrücklich erlaubt. Das sei letztlich eine Art laufender Qualitätskontrolle, weiß der Chef. Und nicht nur das: Erst die Leidenschaft für das Produkt schaffe die richtige Einstellung zur manuellen Fertigung.

Und wie genießt man eine Praline richtig? „Abbeißen und auf der Zunge zergehen lassen“, sagt Jörg Wagner. „Genuss muss man zelebrieren.“ Wer an schnellen Verzehr denke, dem entgehe der volle Geschmack. Gerade jüngeren Kunden werde dies bei Präsentationen in den Wagner-Shops nahegebracht. Diese Shops etwa im Berliner KaDeWe oder in bestimmten Kaufhäusern der Großstädte sind eine Ergänzung zum Absatz über den Einzelhandel. Hinzu kommt die Verpackung von Pralinen für Firmenkunden oder auch Kommunen von Brunsbüttel über Berlin bis Erlangen, die die Spezialität gern als kleine Geschenke nutzen.

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