Historisches KRempe : Nächster Schritt zur Sanierung der „Alten Apotheke“

Für Denkmalpfleger ein Juwel: die Alte Apotheke“.
Für Denkmalpfleger ein Juwel: die Alte Apotheke“.

Die ältesten Teile des Gebäudes gehen auf die Zeit um 1470 zurück. Im kommenden Jahr soll die Restaurierung abgeschlossen werden.

shz.de von
17. August 2018, 14:56 Uhr

Dank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) macht die aufwendige Sanierung eines der bedeutendsten Bürgerhäuser im Norden weitere Fortschritte. Das Restauratoren-Ehepaar Patricia Rohde-Hehr und Wolfgang-Martin Hehr bekommt für die Wiederherstellung der „Alten Apotheke“ in Krempe jetzt weitere Fördergelder erneut in Höhe von 20 000 Euro – diesmal für die konstruktive Endsanierung der Treppe vom Erd- zum Obergeschoss und für die Restaurierung der Halle im Parterre, wo die Dielung saniert werden muss. „Die bisher sorgfältig und behutsam ausgeführten Arbeiten wurden vorbildlich abgeschlossen und auch vom Landesdenkmalamt besonders gefördert“, so heißt es in dem Förderbescheid. Der an einem zentralen Eckgrundstück gelegene zweigeschossige Bau auf der Reichenstraße 1 diente lange Zeit als königlich-privilegierte Apotheke zu Krempe. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Im Inneren haben sich aus allen Bauphasen umfassende Ausstattungsreste erhalten, vor allem Malereien. Besonders reizvoll ist die reich mit Schnitzereien verzierte originale Eingangstür aus der Barockzeit.

Die ältesten Teile des Hauses gehen auf die Zeit um 1470 zurück. Mit dem Ausbau Krempes zur Festungsstadt Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Gebäude erneuert und umgebaut. Umfangreiche Teile des Fachwerks stammen daher aus den Jahren um 1540. Das Gebäude hat geschnitzte Renaissance-Fensterpfosten mit einer ungewöhnlich reichen und aufwendigen Befensterung. Im Spätbarock wurde das Haus auf seine heutige Größe verlängert. Den Bau deckt ein Satteldach.

Aus der Blütezeit der Apotheke nach 1712 hat sich im Obergeschoss eine bemalte Holzdecke von hoher Qualität erhalten. In Kränzen und Rankenwerk sind Landschaftsszenen dargestellt. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Erdgeschosswände in Backstein erneuert. Dabei modernisierte man auch den straßenseitigen Giebel im Obergeschoss.

Das historisch wertvolle Gebäude hat das Ehepaar Hehr vor mehr als 25 Jahren erworben. Anfang der 1990er Jahre hatte das Gebäude leer gestanden. Der letzte Apotheker war schon lange ausgezogen, die Einrichtung in den Depots des Freilichtmuseums Molfsee verschwunden. Finanzielle Unterstützung gab es schon von der Landesdenkmalpflege und aus einem besonderen Bundesprogramm. Bis Ende 2019, so die Planung des Ehepaars Hehr, sollen die Innenarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die historische Bausubstanz voll genutzt werden kann. Dann kann das Restauratoren-Ehepaar Besuchern 500 Jahre Baugeschichte präsentieren. Seit Ende vergangenen Jahres erstrahlt das Gebäude zumindest äußerlich wieder in seinem alten Glanz. Damals konnte mit Fertigstellung der Fassadenarbeiten des Gerüst abgebaut werden.

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