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Nächste Woche in Engelbrechtsche Wildnis: Podiumsdiskussion gegen Super-Gau in der Pflege

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Viele sprechen heute schon vom „Pflegenotstand“, Demonstrationen und Flashmobs mit dem Titel „Pflege am Boden“ werden veranstaltet. In Deutschland gibt es nach Angaben des statistischen Bundesamtes zurzeit knapp 2,5 Millionen pflegebedürftige Menschen. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren drastisch steigen – auch in Steinburg. Experten schätzen, dass es hierzulande schon im Jahr 2030 rund 3,4 Millionen Pflegebedürftige geben wird. Aus diesem Grund werden immer mehr Menschen gebraucht, die kompetent, engagiert und möglichst langfristig pflegen können. Noch immer entscheiden sich viel zu wenig junge Leute für diese Branche – nicht zuletzt wohl auch wegen des zu geringen Ansehens des Pflegeberufes und wegen der vergleichsweise schlechten Bezahlung.

Das größte Problem der Pflegekräfte ist es, dass der Anspruch der Pflegenden und die Wirklichkeit nichts miteinander zu tun haben. Sie wollen den Älteren und den Kranken gern helfen, in ihrem Arbeitsalltag haben sie jedoch kaum Zeit dafür.

Hinzu kommt eine auffällig hohe Zahl von Jobabbrüchen insbesondere bei den jüngeren Berufseinsteigern sowie bei den älteren Pflegekräften, für die der Rentenbeginn näher rückt. Die meisten Menschen, die in der Pflege arbeiten, sind täglich mit hohen körperlichen und psychischen Belastungen konfrontiert. Das Pflegepersonal fällt krankheitsbedingt deutlich häufiger aus als das Personal anderer Branchen. Der Krankenstand ist überdurchschnittlich hoch. Das Risiko, berufsunfähig zu werden, liegt je nach Tätigkeit zwischen 30 und 40 Prozent.

Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Steinburger SPD droht in der Pflege ein „Super-Gau“. Aus diesem Grund findet am Mittwoch, 29. Oktober, um 19 Uhr in der Aula des Psychiatrischen Centrums Vitanas in der Engelbrechtschen Wildnis (Grillchaussee 77) eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Arbeiten in der Pflege bis 65 ?“ statt, bei der Birte Pauls, Landtagsabgeordnete und Pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angelika Dahl-Dichmann, Dipl. Pflegewirtin und Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Klinikum Itzehoe, Iris Gebh, stellvertretende Vorsitzende des Pflegerates Schleswig-Holstein, Michael Müller, Pflegedirektor am Klinikum Itzehoe, Heike Kühl, Betriebsratsvorsitzende bei Vitanas Glückstadt Herta Laages, Verdi Landesfachbereichsvorsitzende des Fachbereichs Gesundheit, Wohlfahrt und Kirchen und Norbert Vahl, Betriebsratsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Segeberg und Mitglied im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA), sich Gedanken über Auswege aus diesem Dilemma machen. Moderiert wird die Diskussion von Wolfgang Mädel, Landesvorsitzender der AfA.

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erstellt am 23.Okt.2014 | 10:26 Uhr

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