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Feuerwehrübung : Nachwuchsretter beweisen Können

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Großübung der Nachwuchswehren: In Glückstadt sahen sich die Mitglieder von 18 Jugendfeuerwehren und dem Itzehoer THW kniffeligen Szenarien gegenüber.

Um 14.01 Uhr ging der Notruf ein: „Feuer in der ehemaligen Stadtschule am Wall. Acht Personen befinden sich noch in oberen Stockwerken.“ Gleichzeitig hatte sich ein schwerer Bahnunfall auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ereignet. Und – als ob das nicht genug Katastrophe wäre – ist direkt an der Glückstädter Feuerwache ein Brand ausgebrochen. Dort werden zwei Personen vermisst. Mit diesem Szenario mussten sich 18 Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Steinburg und eine Einheit des Jugend-THW in ihrer Jahresabschlussübung auseinandersetzen.

Die Straßen der Elbestadt hallten wider vom Klang der Martinshörner und schweren Motoren. Mehr als 30 Einsatzfahrzeuge rückten an. Und jetzt zeigte der Feuerwehr-Nachwuchs, was die Mädchen und Jungen gelernt hatten. Präzise, engagiert und schon mit beachtlichen Wissen über das eigene Können und den Umgang mit Maschinen und Gerät ausgestattet, gingen die Jugendlichen an ihre Aufgabe. Unter der Leitung der Gruppenführer gab es keine Diskussionen. Klar formuliert kamen die Einsatzbefehle. Fachsprache, die in Itzehoe genauso gesprochen und verstanden wird wie in Sarlhusen, Lägerdorf oder Siethwende.

Womit die Jugendlichen allerdings nicht rechnen konnten: Die Jugendwarte der Feuerwehren hatten sich einige Überraschungen bei der Ausarbeitung der Einsatzszenen ausgedacht. So war bei dem Zugunglück auch ein Viehtransport umgekippt. 500 Enten büxten aus und mussten wieder zusammengetrieben werden. Das lösten die jungen Leute clever. Aus Steckleitern war blitzschnell ein Gatter aufgebaut, um das Plastik-Federvieh zwischenzulagern. Oder das bei Personenrettung aus einem verunglückten Waggon plötzlich verunfallte Menschen im Schockzustand panisch um sich schlugen und das Weite suchten – alles durchaus realistisch gespielt. Der Museumszug auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Glückstadt bildete dafür eine grandiose Kulisse. Unter Containern eingeklemmte Personen wurden mittels Hebekissen und Pressluft befreit. Szenen, die man sich im wirklichen Leben nicht vorstellen möchte. Auch dabei kam es zu einer unliebsamen Überraschung. Aus einem der Container lief plötzlich undefinierbare Flüssigkeit heraus. Reaktionsschnell wurde auch diese Gefahr gebannt. Bekämpfung des Feuers an der Schule, Personenrettung über Drehleiter, Eindringen ins Gebäude mittels Rettungsleinen – die Übung wurde zu einem echten Erfolg.

Das sah auch Benedict Adamski so, Leiter Öffentlichkeitsarbeit: „Das bestätigt die gute Ausbildung und es gilt, immer weiter Erfahrungen zu sammeln.“ Knapp, aber präzise, der Kommentar von Glückstadts Wehrführer Ties Tießen: „Gut, sehr gut.“ Die Jugendlichen meinten, das diese Übung sehr interessant war, spannend und vielseitig. Glückstadts Jugendleiterin Veronika Westphal – federführend bei der Ausarbeitung der Übung – unterstrich das Zusammenspiel aller Kräfte: „Die Durchführung und Aufgabenverteilung lief reibungslos und bestätigt, wie sinnvoll mindestens diese jährlichen Übungen sind.“ Aber dann kam der Schock – mit einem charmanten Schmunzeln: „Verflixt! Ich muss unbedingt zum Bartadeau. 100 Enten haben sich dort aufs Wasser geflüchtet. Die müssen alle noch mit dem Schlauchboot eingesammelt werden.“ Der Glückstädter Round Table als Besitzer der Plastik wird sich über diesen Einsatz sicher gefreut haben.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 05:03 Uhr

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