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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 16:01 Uhr

Rettung des Störs : Nachwuchs für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

200 markierte junge Störe schwimmen in der Stör. Sie wurden im Rahmen eines langfristigen Projekts zur Rettung des vom Aussterben bedrohten Fisches ausgesetzt.

von
erstellt am 25.Apr.2015 | 08:05 Uhr

Er ist fast ausgestorben – doch es gibt Hoffnung für den Stör. Gestern sind wieder 200 gezüchtete Jungstöre in die Stör entlassen worden. Die Gesellschaft zur Rettung des Störs und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin setzten in Rosdorf ihr 2009 begonnenes Projekt fort, mit dem das Überleben des Europäischen Störs gesichert werden soll. Geht alles gut, könnten die Fische in 15 bis 20 Jahren wieder zurück sein. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren 17  500 Jungstöre in die Elbe und ihre Nebenflüsse gesetzt worden.

Die Aktion ist Teil eines groß angelegten Programms zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs. Die Fische müssen nun etwa 15 Jahre wachsen, ehe sie sich erstmalig selbst in freier Natur vermehren können. Dabei werden sie lange Wanderungen unternehmen – zunächst störabwärts bis in die Elbe und weiter in die Nordsee, um dort zu fressen. Später, als ausgewachsene Störe von annähernd zwei Metern Länge, werden sie die Stör wieder aufsteigen und dort hoffentlich geeignete Laichplätze finden. So hofft es jedenfalls Uwe Jens Lützen vom Verein zur Rettung des Störs. „Wir haben bisher bereits sehr positive Rückmeldungen über ihr Aufwachsen erhalten.“ Denn fast alle Störe sind markiert, so dass die Wissenschaftler ihren Weg nachverfolgen können. So sei in Dänemark ein 5,4 Kilogramm großer Stör gefangen worden, erklärte Lützen. Fischer, denen ein solcher Stör als Beifang ins Netz geht, sind dazu angehalten, die Fische zu vermessen und die Daten an die Gesellschaft zur Rettung des Störs weiterzugeben. Anschließend wird der Fisch zurück ins Wasser gesetzt.

Uwe Jens Lützen hatte im Vorwege auch die dritten und vierten Klassen der Grundschule Hennstedt besucht – und den Kindern alles über den Stör erzählt. „Das hat die Kinder nachhaltig beeindruckt“, sagte Schulleiterin Elsbet Glindemann. So gut präpariert, konnten die Schüler gestern dann auch tatkräftig beim Einsetzen der nummerierten Jungstöre in die Stör helfen. Und als Belohnung gab es eine Urkunde von der Gesellschaft zur Rettung des Störs. Falls der Stör dann gefangen und wieder ausgesetzt werde, „erhalten die Paten Nachricht von uns“, betonte Lützen, der sich seit vielen Jahren für die bedrohte Art einsetzt. Hilfe erhielt er gestern wieder vom Kellinghusener Sportanglerverein, dessen Mitglieder bei der Vorbereitung der Aktion halfen.

Wenn die Störe dann später zurückkommen, finden sie in der Stör gute Lebensbedingungen vor. Denn demnächst soll auch der Störabschnitt zwischen Willenscharen bis Kellinghusen renaturiert werden. „Die Vorplanungen stehen kurz vor der Fertigstellung“, sagte Dr, Jürgen Ruge, Vorsitzender des Kreisumweltausschusses. Noch vor 2020 könnte dann der erste Spatenstich erfolgen. „Bis die ersten Störe zurückkommen, sollte die Renaturierung abgeschlossen sein.“

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