Sturmschaden : Nach Orkan „Christian“ noch immer ohne Telefon

Kabelsalat zwischen Wald und Wiesen: Seit Sturmtief Christian die Oberleitung beschädigte sind Christiane Balzereit und Adolf Neumann von der Telekommunikation abgeschnitten.
Kabelsalat zwischen Wald und Wiesen: Seit Sturmtief Christian die Oberleitung beschädigte sind Christiane Balzereit und Adolf Neumann von der Telekommunikation abgeschnitten.

Die Auswirkungen des Sturms merken Christiane Balzereit aus Thaden und Adolf Neumann aus Aasbüttel auch gut vier Wochen später noch. Ihre Telefonleitungen sind immer noch tot. Die Telekom vertröstet sie mit der Reparatur bis Weihnachten.

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23. November 2013, 15:30 Uhr

Aasbüttel | „Steht der Wald noch?“ ist auf der Postkarte zu lesen. Eigentlich bekommt Rentner Adolf Neumann (76) nur aus dem Urlaub ein paar Zeilen geschickt, aber nach Sturmtief „Christian“ hatte er öfter Nachrichten im Briefkasten. Der Postweg ist derzeit für ihn die einzige Verbindung nach außen. Der Wald steht noch, aber der Orkan hat die Oberleitung beschädigt. Längst sind alle Sturmschäden beseitigt, aber seit Wochen schafft es die Deutsche Telekom nicht, den Draht wieder anzuklemmen. Zwei Häuser in der Straße Keller in den Gemeinden Aasbüttel und Thaden sind seitdem von der Telekommunikation abgeschnitten.

Adolf Neumann und seine Nachbarin, die Agrar-Ingenieurin Christiane Balzereit (56) leben abgelegen in einem Waldgebiet. Die Telefonleitung in der Straße verläuft unterirdisch, nur die letzten 200 Meter zu ihren beiden Häusern ist oberirdisch. Das führt immer wieder zu Problemen. „Wir sind es gewohnt, dass nach einem Sturm oder einem Zusammenstoß mit landwirtschaftlichen Maschinen die Oberleitung beschädigt wird und wir für einige Zeit nicht erreichbar sind. Ich habe auch Verständnis, dass es nach den vielen Sturmschäden dieses Mal länger dauert, aber vier Wochen sind echt der Gipfel“, ist Christiane Balzereit empört. „Wieso verlegen sie hier die Leitung nicht auch unterirdisch? Das ist doch bestimmt billiger als immer rauszufahren und die Leitung zu reparieren.“

Für wichtige Gespräche und Internetrecherchen geht Christiane Balzereit derzeit zu Freunden. „Aber was sollen wir bei einem Notfall tun?“ Adolf Neumann hat sich mittlerweile ein Handy gekauft. Aber selbst damit ist Kommunikation schwierig. Christiane Balzereit: „Auf meinem Hof habe ich keinen Empfang. Zum Telefonieren muss ich immer an die Straße laufen.“ Wenn sie mal wieder bei der Telekom nachhakt, steht sie dort des öfteren auch etwas länger. „Ich komme von einer Warteschleife in die nächste, werde von der Störung an die Technik und wieder zurückgestellt. Aber eine Antwort kann mir keiner geben.“ Immer wieder wurde sie vertröstet. „Erst sollte die Reparatur in wenigen Tagen erledigt sein, dann hieß es eine Woche, Ende November und nun sogar Weihnachten. Die haben nur nicht gesagt welches Jahr“, versucht sie das Dilemma mit Humor zu nehmen. Was sie aber ärgert: Während auf schnelle Reparatur kein Verlass sei, werde die monatliche Grundgebühr bei beiden pünktlich abgebucht. Mittlerweile hat sie einen Anwalt eingeschaltet.

Die Pressestelle der Deutschen Telekom konnte bis Redaktionsschluss noch keine Angaben machen, warum die Leitung noch nicht repariert wurde und wann die beiden Anwohner wieder telefonieren können.

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