Nord-Ostsee-Kanal : Nach Havarie: Schleusenkammer in Brunsbüttel gesperrt

Der Offshore-Versorger rammte am Sonnabend die Schleusenkammer. Das unter Bahama-Flagge fahrende Schiff wurde erheblich beschädigt (weißer Kreis).
Der Offshore-Versorger rammte am Sonnabend die Schleusenkammer. Das unter Bahama-Flagge fahrende Schiff wurde erheblich beschädigt (weißer Kreis).

Stau im Kanal: Seit am Sonnabend ein Schiff gegen das Schleusentor gefahren ist, stehen die Schiffe Schlange.

shz.de von
19. Januar 2015, 14:14 Uhr

Brunsbüttel | Nach einer Havarie fällt die Südkammer der Großen Schleuse in Brunsbüttel bis auf Weiteres aus. Das kanalseitige Schleusentor wurde erheblich beschädigt, erklärt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am Montag. Stauwandbleche und Tragwerkskonstruktionen seien kaputt. Eine Maschinenkammer wurde überflutet und die Torelektronik sei ausgefallen. Führungs- und Reibehölzer wurden zerstört.

Die Ursache: Am Sonnabend war laut Polizei ein von See in den Nord-Ostsee-Kanal einlaufender Offshore-Versorger mit dem Schleusentor kollidiert. Seitdem lässt es sich nicht mehr öffnen, weil das Schiff es eingedrückt habe. Auch das unter der Flagge der Bahamas fahrende Schiff wurde erheblich beschädigt. Es kam zum Wassereintritt, der jedoch mit bordeigenen Pumpen kontrolliert werden konnte.

Die Polizei geht von einem technischen Versagen des Schiffsantriebs aus. Das Schleusentor war nach einer längeren Reparatur erst seit dem Vortag wieder in Betrieb. Die Wartezeit, um durch die Nordkammer der Großen Schleuse oder die Kleine Schleuse in den Kanal zu kommen, betrug am Sonntag laut Lotsenbrüderschaft fünf bis sechs Stunden.

In den nächsten Tagen finden über und unter Wasser Untersuchungen statt, um eine genaue Schadensanalyse zu erhalten. Danach werden die Handlungsmöglichkeiten erörtert, um eine zeitliche Eingrenzung der Schleusensperrung zu erhalten.

Am Montagvormittag hatten sich Taucher vor allem eine vollgelaufene Maschinenkammer inspiziert. Dabei ist herausgekommen, dass die Kammer selbst nicht beschädigt wurde, wie ein WSA-Sprecher sagte. Das Wasser sei durch ein abgerissenes Lüftungsrohr eingelaufen. „Das war Glück im Unglück.“ Jetzt soll versucht werden, dass Tor aufzuschwemmen und es vor Ort zu reparieren. Dies könne mehrere Wochen dauern.

Ein Ersatztor steht derzeit nicht zur Verfügung. Es werde zurzeit in einer Kieler Werft repariert. „Das Auswechsel eines Tores dauert erfahrungsgemäß ein bis zwei Wochen.“ Deshalb soll das beschädigte Schleusentor vor Ort repariert werden, um die Schleuse schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen.

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