Nach dem Unterricht ins Labor

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Hamburger Stiftung und Kieler Bildungsministerium unterstützen Dithmarscher Schüler bei außerschulischer Forschung

shz.de von
07. März 2018, 18:06 Uhr

Der Startschuss ist gefallen: Entlang der schleswig-holsteinischen Westküsten können Schüler fortan auch abseits des regulären Schulunterrichts eigenständig naturwissenschaftlich forschen. Nach Husum, Heide und Meldorf wurden hierfür nun auch in Marne und Brunsbüttel Schülerforschungszentren feierlich eröffnet.

Insgesamt 1,9 Millionen Euro lässt sich die Hamburger Joachim-Herz-Stiftung die Förderung junger Forschertalente aus Schleswig-Holstein in den kommenden zehn Jahren kosten. Unterstützung bekommt die Stiftung dabei vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie des Leibniz-Instituts für Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel, mit denen das Projekt „Netzwerk Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein“ gemeinsam ins Leben gerufen wurde.

„In Sport und Musik ist eine über den Unterricht hinausgehende Talentförderung seit langem gut etabliert. Was bisher fehlte, waren Orte, an denen naturwissenschaftlich interessierte Schüler Gleichgesinnte treffen und sich gemeinsam weiter entwickeln können“, so Ulrich Müller, Vorstandsmitglied der Stiftung. Wissenschaftsstaatssekretär Oliver Grundei hob seinerseits die Bedeutung dieser Forschungsstandorte hervor, die dazu beitragen können, einen zukünftigen Fachkräftemangel in den naturwissenschaftlichen Berufsbereichen vorzubeugen.

Die Möglichkeit, Forschung und Naturwissenschaften auch in seiner Freizeit hautnah zu erleben bezeichnete Kreispräsident Hans-Harald Böttger als einen lang notwendigen Schritt in die richtige Richtung.

„Es ist unglaublich. Wir können uns nun Wünsche im Bereich der Forschung mit Schülern erfüllen, die wir gar nicht zu träumen gewagt haben“, so Jens Steinfeld. Gemeinsam mit seinem Lehramtskollegen Ralf Witt übernimmt er die außerschulische Betreuung der Nachwuchswissenschaftler am Standort Brunsbüttel. Das Schülerforschungszentrum der Schleusenstadt, das am Gymnasium angesiedelt ist, kann wie auch die anderen Forschungszentren dieser Art, von Schülern aller Bildungseinrichtungen genutzt werden.

Zu den Schülern, die der Eröffnung der Schülerforschungszentren bereits entgegenfieberten, zählten Ole Austen, Sören Flindt und Tarje Mohrdieck aus Brunsbüttel. Ein Handwerksunternehmen aus Dithmarschen, hatte sich hilfesuchend an das Schülergespann gewandt, da es im zunehmenden Maße mit einer Verschlammung von Reetdächern konfrontiert wird. Da bislang nicht geklärt werden konnte wie es zu der Verunreinigung der Naturdächer kommt und es somit auch keinen wirksamen Schutz gibt, erkundigte sich der Unternehmer, ob die Schüler Interesse daran hätten, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. „Es freut mich zu sehen, wie Schule, außerschulische Forschung und Wirtschaft hier miteinander verschmelzen“, sagte Steinfeld.

Ebenso begeistert ist man am Marner Gymnasium. Dort haben Ants Aare Alamaa und Jan Malte Fieles damit begonnen, mit Hilfe eines 3D Druckers und physikalischer Formeln eine Blendschutzbrille für Autofahrer zu entwickeln.

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