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Firma Walter Otto Müller : Nach dem Brand in Itzehoe: „Wir machen weiter“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Walter Otto Müller GmbH & Co. KG an der Zusestraße soll nach dem Großbrand so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 10:00 Uhr

Itzheoe | „Da ist nichts mehr. Es ist eine einzige Katastrophe.“ So lautet die niederschmetternde Feststellung von Lutz Bitomsky, Geschäftsführer der Walter Otto Müller GmbH & Co. KG, nach dem Großfeuer in seinem Betrieb. Am Freitag gegen 8.30 Uhr war ein Ethanol-Gemisch ausgelaufen und hatte sich entzündet. Das Feuer vernichtete innerhalb kürzester Zeit die komplette Werkhalle (wir berichteten).

„Wir haben nichts mehr. Dort, wo unsere Produktion war, ist nur noch ein großer, klebriger Klumpen“, beschreibt Bitomsky das Ausmaß der Zerstörung. Nur der Verwaltungstrakt steht noch, ist aber durch die Löscharbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen. „Man kann reingehen und wir werden alles ausräumen. Aber wir werden dort nicht arbeiten können, es ist alles nass“, erklärt der Firmenchef. Ob das Gebäude zu retten ist, müsse ein Gutachter klären. Doch bei allem Unglück ist Bitomsky auch „heilfroh, dass nicht mehr Personen zu Schaden gekommen sind“. Nur ein Mitarbeiter liege mit Verbrennungen im Krankenhaus.

Wie es zu dem Feuer kommen konnte, kann sich auch Lutz Bitomsky bislang nicht erklären. „Was passiert ist, kann ich nicht sagen, weil ich es nicht weiß.“ Er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen. Allerdings kann er einige davon ausräumen. Es könne nicht sein, dass heiße Maschinen das Ethanol-Gemisch entzündet haben, betont Bitomsky. „Wir haben dort gar keine heißen Maschinen, es war ein reiner Lagerbereich.“ Woran es wirklich gelegen habe, müsse nun die Kriminalpolizei ermitteln. „Wir werden sie unterstützen, wie wir nur können.“

Heute werde er sich mit seinem Versicherer zusammensetzen, um zu klären, wie es weitergeht, sagt der Unternehmer. Eines steht für ihn dabei außer Frage: „Es ist völlig klar, dass wir den Betrieb wieder aufbauen!“ Auch die gut 60 Arbeitsplätze, die das Unternehmen inzwischen hat, blieben „selbstverständlich erhalten“. Noch am Freitag hat er zudem dafür gesorgt, dass die Auszubildenden vorübergehend in anderen Betrieben unterkommen.

Natürlich werde man improvisieren müssen, sagt Bitomsky, der seit 1993 Geschäftsführer ist. Doch die ersten Weichen sind bereits gestellt. „Wir können uns schon in den nächsten Tagen bei einem befreundeten Unternehmen in Itzehoe einmieten“, erklärt er. Einen Teil der Aufträge werde man auslagern, so dass es für die Kunden so wenig Ausfall wie möglich gibt. „Ich bin guter Dinge, dass wir dadurch innerhalb von drei Wochen wieder lieferfähig sind.“ So schnell wie möglich soll dann auch selbst wieder produziert werden. Beim Bau an der Zusestraße im Jahr 2011 sei die Zusammenarbeit mit allen Behörden und beteiligten Firmen hervorragend gewesen, sagt Bitomsky. Deshalb ist er auch für den Wiederaufbau optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir Ende des Jahres wieder drin sind.“

Das wichtigste sei, die Kunden davon zu überzeugen, dass die Walter Otto Müller GmbH auch in Zukunft ein verlässlicher Partner sei, um ein Abwandern zu verhindern, weiß Bitomsky. Doch er hoffe, dass sich dabei auch die langjährigen guten Kontakte auszahlen. „Viele Kunden beliefern wir schon seit 40 bis 50 Jahren.“ Es habe auch schon viele aufmunternde Rückmeldungen von ihnen erhalten. Auch die Unterstützung aus dem Bekanntenkreis sei enorm gewesen. Aus vielen befreundeten Unternehmen habe es Hilfsangebote gegeben. „Ich habe so viel Zuspruch erfahren. Bei aller Katastrophe ist das auch schön und beruhigend“, sagt der Itzehoer. Er dankt auch ausdrücklich den Helfern, die im Einsatz waren – von der Feuerwehr über die Polizei bis zu den Notärzten. „Es lief alles sehr professionell und gut ab, es ist eine tolle Leistung, wie da agiert wurde.“

Die nächsten Wochen und Monate werden eine Herausforderung, weiß Lutz Bitomsky. „Aber es hilft nichts, wir müssen da jetzt durch. Wir wollen das Unternehmen wieder aufbauen. Und das wird uns auch gelingen.“

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