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Berufsorientierung : Nach dem Abi erst einmal nach Thailand

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

20-Jährige aus Nortorf bei Wilster zieht es vor dem Studium ins Ausland – erst als Lehrerin in Asien und dann als Au Pair nach Australien.

Im Sommer war Henrike Brahmstaedt sicher in guter Gesellschaft: Das Abi in der Tasche – und was nun  ? Die 20-jährige Nortorferin entschloss sich mit Unterstützung ihrer Eltern zu einem längeren Auslandsaufenthalt. Um sich beruflich zu orientieren und um Lebenserfahrung zu sammeln. Für sie hat sich das gelohnt. Henrike Brahmstaedt kann allen Schulabgängern diesen Schritt nur wärmstens empfehlen. Jetzt ist sie von einem Bildungsprojekt in Asien zurück, Anfang nächsten Jahres startet sie in Richtung Australien. „Ich wusste nach meinem Abi an der AVS in Itzehoe noch nicht, was ich beruflich machen sollte“, sagt Henrike Brahmstaedt. Sie informierte sich über Freiwilligenprojekte und Praktika im Ausland und stieß auf die Organisation Projekts abroad.

Der weitere Weg führte sie zu einem dreimonatigen Aufenthalt nach Thailand – als Lehrerin in einer Schule. Im ersten Monat betreute sie die Kinder, im zweiten unterrichtete sie Englisch. „Meine Schulkenntnisse reichten dafür völlig aus. Es waren ja alles Kinder im Alter unter zehn Jahren.“ Untergebracht war die 20-Jährige bei einer Gastfamilie. „Die war für dortige Verhältnisse wohl recht wohlhabend, aber auch sehr traditionell.“ Als ungewohnt empfand sie vor allem die Mahlzeiten. Reis gab es zum Frühstück, zum Mittagessen und auch am Abend, gekocht von einer Nanny. Insgesamt liege der Lebensstandard deutlich unter dem, was man von zuhause gewohnt war. Spannend war für die Nortorferin auch die Begegnung mit einer anderen Religion. „Der Buddhismus ist aber sehr offen.“ Als besonders lohnenswert empfand sie es, dass man bei dem Freiwilligendienst in familiärer Umgebung fernab aller Touristenwege unterwegs war. „Da habe ich natürlich unheimlich viel Insiderwissen mitbekommen.“ Auch mit den Kindern sei das kein Problem gewesen. Anfangs seien diese in der Schule noch etwas schüchtern gewesen. Bei gemeinsamen Spielen kam man aber schnell zueinander.

Die Organisation der Tour sei sehr gut gewesen. Sie fühlte sich betreut, hatte immer Ansprechpartner. „Es ist nicht ganz billig“, räumt sie ein. Das Geld komme zum Teil aber auch den Familien und der dortigen Schule zugute. Obwohl selbst aus einer ländlichen Region kommend, war es in Thailand dann doch noch ganz anders. „Es war schon sehr ländlich. In der Schule sitzen die Kinder auf dem nackten Betonboden.“ Mit ihr kümmerten sich fünf weitere Volunteers um die rund 40 Schüler. Insgesamt habe sie sich auch sehr sicher gefühlt, obwohl sie von Deutschland aus alleine in die unbekannte Welt gestartet war. „Vor Ort trifft man ja auch viele andere Menschen aus der ganzen Welt, sodass man eigentlich nie allein ist.“

Nach zwei Monaten war ihre Zeit im Bildungsprojekt zu Ende. Henrike Brahmstaedt hängte noch vier Wochen dran, um auf eigene Faust ihr Gastland sowie Malaysia und Singapur kennen zu lernen. Im Januar geht es dann für ein halbes Jahr als Au-Pair nach Australien. Die Adressen dafür hatte sie sich im Internet gesucht. Zum Herbstsemester wird Henrike Brahmstaedt dann ihre berufliche Laufbahn starten. Stand derzeit: ein Studium der Betriebswirtschaft. Auch da kann sie ihre in Asien und Australien gemachten Erfahrungen wohl gut einbringen.

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