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Nach Bus-Brand: Zweiter Anlauf für England-Fahrt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Früh am Morgen ging es gestern los: Drei neunte Klassen des Sophie-Scholl-Gymnasiums bestiegen ihre Busse Richtung England. Eine normale Klassenreise, allerdings mit außergewöhnlichem Hintergrund: Als die Schüler Ende Juni schon einmal nach England fahren wollten, kamen sie nur bis zur Raststätte Harburger Berge. Dort mussten sie aus dem brennenden Bus flüchten. Die aktuelle Tour stößt bei einigen Eltern auf Kritik.

Direkt nach dem Brand hatte es geheißen, der Busfahrer habe richtig reagiert. Inzwischen laufen bei der Staatsanwaltschaft Ermittlungen, ob ihm fahrlässige Körperverletzung vorzuwerfen ist, wie auf Anfrage bestätigt wurde. Ein Schüler hatte wegen eines Schocks im Krankenhaus behandelt werden müssen, war aber schnell entlassen worden.

Was einen Vater nun aufregt: Gleich nach den Ferien seien Schüler und Eltern damit überrascht worden, dass die Fahrt wiederholt werden soll. Dabei sei davon auszugehen, dass viele Kinder bis heute traumatisiert seien, die Vorgänge seien von der Schule „nie ordentlich aufgearbeitet“ worden. Und als Eltern beschlossen hätten, ihre Kinder nicht teilnehmen zu lassen, habe die Schulleiterin versucht, sie mit „teilweise rüden Methoden“ zum Umdenken zu bewegen. Harte Worte seien gefallen und der Druck von Lehrern und Mitschülern auf diejenigen, die nicht mitkommen wollten, sei Mobbing.

SSG-Leiterin Angelika Hartmann (Foto) ist einigermaßen erstaunt über die Vorwürfe. „Ganz viele Elterngespräche“ habe es gegeben, auch die Schüler seien gefragt worden: „Zwei Klassen wollten auf jeden Fall nach England.“ Der alternative Reisetermin nach Bath habe sich unerwartet schnell gefunden. Zum Thema Aufarbeitung: Zwei Elternabende habe es gegeben, und das Klinikum Itzehoe habe direkt Hilfe angeboten. „Das ist von den Schülern nicht in Anspruch genommen worden.“

Klassenreisen seien schulische Veranstaltungen und damit Pflicht, betont Angelika Hartmann. Zudem dienten sie der Klassengemeinschaft und seien ein wichtiges Erlebnis. Zur Befreiung brauche es ein ärztliches Attest, in den Gesprächen mit Eltern seien die Probleme und Lösungen dafür gesucht worden. Gut 60 Schüler sind jetzt nach England gefahren, ein rundes Dutzend blieb hier – aber teils aus anderen Gründen als dem Branderlebnis. Eigens sei nicht wieder ein Doppeldecker-Bus gewählt worden, gebucht wurden zwei Busse eines örtlichen Anbieters.

Nur in einem Punkt gibt die Schulleiterin dem Vater recht: Eltern seien gebeten worden, Kuchen zu backen, damit der Verkauf weitere Mittel bringt: „Zwei Busse sind einfach teurer als einer.“ Der Erlös soll helfen, dass die Klassenreise nicht teurer wird für die Mitfahrer. Ihr klares Ziel: Deeskalation.

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