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Naturschutz : Nabu hilft Kröten über die Straße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die zweite Großaktion zum Amphibienschutz zwischen Oelixdorf und Winseldorf hat begonnen. Auf 300 Metern errichten Nabu-Mitglieder einen Krötenschutzzaun.

Mit persönlichem Einsatz wurden jetzt wieder lebensrettende Maßnahmen in der Tierwelt eingeleitet: Nachdem im vergangenen Jahr erstmalig ein Massensterben auf der Spurbahn zwischen Oelixdorf und Winseldorf verhindert werden konnte, widmet sich der Naturschutzbund (Nabu) Itzehoe auch in diesem Jahr wieder der Rettung der Kröten auf dem Weg zu ihren Laichplätzen. Im Heischweg auf der Spurbahn kurz hinter dem Ortsausgang bauten die Mitglieder deshalb am Wochenende wieder einen Amphibienschutzzaun auf. Sieben Helfer und einige Kinder errichteten den 300 Meter lange und 50 Zentimeter hohe Sperre.

Alle zehn Meter wurde ein Eimer in der Erde vergraben, in den die Amphibien hinein fallen, wenn sie am Zaun nicht mehr weiter können. In dem Eimer stellten sie aufrecht einen Stock hinein, damit andere Tiere wieder heraus klettern können, und statteten sie mit etwas Laub aus, damit sich die Kröten vor ihren Fressfeinden schützen können. Befestigt wurde die Kunststoffwand alle zwei Meter mit im Boden versenkten Metallstangen. „Das grüne Kunststoffgewebe für Amphibienschutz wurde von der Firma Schwedler entwickelt und vertrieben und als Paket mit Befestigungsstangen, Eimern und Seil verkauft“, berichtet der Vorsitzende des Nabu Itzehoe, Leonhard Peters. Es wurde dem Nabu durch einen Zuschuss von der Unteren Naturschutzbehörde finanziert. „Wir müssen aufpassen, dass die Kröten nicht unten durchkriechen können“, erläuterte Peters weiter, „und decken das untere Ende des Zaunes deshalb mit Sand und Laub ab.“

Nachdem sie in der umgebenden Landschaft in Erdlöchern überwintert haben, ziehen die Kröten in jedem Frühjahr zur Paarung und zum Ablaichen in das Gewässer zurück, sobald die Temperaturen über fünf Grad liegen. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche Frösche und Kröten auf dem Heischweg immer wieder unter die Räder gekommen, da ihr Weg zum Laichgewässer direkt über die Straße führt. Deshalb hatten die Nabu-Mitglieder 2015 erstmals den Zaun aufgestellt und auf diese Weise schon mehr als 3000 Erdkröten gerettet. „Wir sind im Kreis der einzige Verband, der etwas derartiges macht und liegen in Schleswig-Holstein mit 600 Kröten pro Tag an der Spitze“, freute sich der Vorsitzende.

Täglich wird der Zaun nun ab Mitte März kontrolliert, die Tiere eingesammelt und auf der anderen Straßenseite wieder freigelassen. Eigentlich müsste an der stark befahrenen Straße auch für die Rückwanderung Mitte April ein Zaun aufgebaut werden. In diesem Falle verzichtet der Nabu aber darauf, da die Rückwanderung nur vereinzelt in längeren Zeiträumen statt findet und sich nicht so viele Tiere auf einmal auf der Straße aufhalten wie auf dem Hinweg.
Nun sucht der Nabu noch weitere freiwillige Helfer, die die Eimer täglich leeren und den Kröten über die Straße helfen.

>Interessenten, die dem Nabu beim Krötenschutz helfen möchten, können sich melden unter E-Mail info@nabu-itzeoe.de oder über die Homepage www.nabu-itzehoe.de.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 12:03 Uhr

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