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Interview : Mutmacher in besonders schweren Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ingrid Körner strickt für die „Sternenbrücke“. Im Kinder-Hospiz kommen die Schals und Mützen aus Kremperheide gut an.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 05:11 Uhr

In jeder freien Minute hat Ingrid Körner (77) aus Kremperheide die Stricknadeln in der Hand. Dabei entstehen Mützen, Schals und Socken für todkranke Kinder. Mit ihrem Häkelbüdelclub in Münsterdorf unterstützt die 77-Jährige das Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Hamburg-Rissen. Für unsere Redaktion ist Ingrid Körner der Vorschlag als Mensch des Jahres 2016. Bei Sternenbrücke-Geschäftsführer Peer Gent haben wir nachgefragt, welchen Stellenwert materielle Spenden und welche Bedeutung die Unterstützung von Menschen wie Ingrid Körner für die Arbeit im Kinder-Hospiz haben.

Es gibt viele Menschen, die das Kinder-Hospiz Sternenbrücke unterstützen. Was bedeutet das für Kinder und Eltern?

Über die finanzielle Unterstützung hinaus erreichen das Kinder-Hospiz Sternenbrücke auch Sachspenden und manchmal sogar liebevoll handgefertigte Sachspenden. Eine große Freude für Kinder und Eltern sind gerade auch immer die schönen vielfarbigen Stricksachen von Ingrid Körner. Es ist ja neben der Vorstellung, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit und ihre Arbeitskraft investieren hinaus ein wirklich besonders schönes Gefühl, die Anteilnahme zu spüren, die darin liegt, liebevoll selbstgefertigte Strickwaren für Klein und Groß in Empfang nehmen zu dürfen. Von Menschen, die nicht weggucken, sondern helfen wollen und einfach so mit einer lustigen Mütze, einem wärmenden Schal ein Lächeln in die Gesichter „unserer“ Kinder zaubern.

Sind es in den schweren Zeiten gerade solche Kleinigkeiten, die Mut machen oder Kraft geben?

Diese Zuwendungen kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Denn neben den vielen täglichen Sorgen und Nöten der Familien mit unheilbar erkrankten Kindern ist auch ein Gefühl des Alleinseins immer wieder spürbar und wunderbare Spenden wie die von Ingrid Körner helfen uns in der Sternenbrücke neben der Pflege und Begleitung noch zusätzlich kleine besondere Aufmerksamkeiten zu schenken.

Wie sieht das Weihnachtsfest im Kinder-Hospiz Sternenbrücke aus und kann angesichts des großen Liedes überhaupt festliche Stimmung aufkommen?

Weihnachten ist in der Sternenbrücke ein ganz besonderes Fest und die vielen Familien, die es miteinander unter dem Dach des Kinderhospizes verbringen, werden dann besonders behütet und umsorgt. Und sie sind froh, hier miteinander feiern zu können, denn natürlich ist die Stimmung bei unseren kleinen und großen Gästen in diesen Tagen besonders angespannt. Wie bei allen Menschen um diese Jahreszeit, in deren Leben Ungewissheit und Angst so viel Raum einnehmen. Ein wunderschön geschmückter Tannenbaum, viele Kerzen, leckere Kekse und gemeinsam gesungene Weihnachtslieder gehören in der Sternenbrücke zum Heiligabend und den Feiertagen dazu. Auch ein festliches Essen konnten wir bisher noch in jedem Jahr auf den Tisch bringen – eine freundliche Spende macht dies möglich. Die Sorge in den Familien, vor dem, was kommen mag, ist vielleicht sogar der Grund dafür, dass die Feiertage in der Sternenbrücke ganz besonders festlich sind.

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