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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 00:07 Uhr

Mutig, zuverlässig und mit Humor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Helmut Sievers lenkt seit 25 Jahren die Geschicke seiner Heimatgemeinde Stördorf / Dienstältester Bürgermeister im Kreis Steinburg

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 10:58 Uhr

Er kann die Dinge auf den Punkt bringen, ist zuverlässig, hat Mut und verliert nie seinen Humor. Über diese Eigenschaften verfügt nach Einschätzung des stellvertretenden Amtsvorstehers Volker Bolten der Stördorfer Bürgermeister. Helmut Sievers, so pflichtete auch der stellvertretende Landrat Heinz Seppmann bei, habe „einen ganz besonderen Charakter“. Die anerkennenden Worte galten einem Mann, der jetzt seit 25 Jahren die Geschicke seiner Heimatgemeinde lenkt. Sievers ist damit einer der dienstältesten Bürgermeister im Kreis Steinburg. Anlass genug, das Lebenswerk mit Mitstreitern und Weggefährten bei einer Feierstunde im Landgasthof „Zum Dückerstieg“ zu würdigen.

Helmut Sievers war bereits 1978 zum ersten Mal in die Gemeindevertretung gewählt worden. Später wurde er stellvertretender Bürgermeister, 1990 dann erstmals an die Spitze gewählt. Sein heutiger Stellvertreter, Kurt Schwardt, erinnerte in einem kurzen Rückblick an die Höhepunkte in diesem Vierteljahrhundert. Die Liste reicht von ersten Stellungnahmen zum Bau der neuen Bundesstraße 5 über den Neubau des Feuerwehrhauses und den Ausbau des Kathener Weges bis hin zum Dorfjubiläum. Dabei hat Helmut Sievers immer auch den Blick über die Grenzen seiner eigenen Gemeinde gehabt. Mit dem Nachbarort Landrecht pflegt der Stördorfer schon traditionell beste Beziehungen. Auch in den Fördervereinen für die Bockmühle, für die Störfähre „Else“ und für den Erhalt der historischen Rathäuser in Wilster engagiert er sich.

Volker Bolten erinnerte daran, dass dem heute 66-Jährigen auch die Ausbildung in der Landwirtschaft stets sehr am Herzen gelegen habe. Vor sieben Jahren war Sievers erstmals zum Amtsvorsteher gewählt worden. „Seine Renate hat ihm dabei immer den Rücken frei gehalten“, würdigte Bolten auch den Einsatz der Ehefrau.

Als besonders bemerkenswert hob der Sprecher hervor, dass Helmut Sievers bei allen Verpflichtungen sich immer auch die Zeit für den aktiven Dienst in seiner freiwilligen Feuerwehr genommen habe. Das konnte auch Wehrführer Axel Erdmann nur bestätigen: „Er bringt es auf eine Dienstbeteiligung von 83,3 Prozent.“ Erdmann fügte hinzu: „Was besseres als ein Bürgermeister, der auch Feuerwehrkamerad ist, kann einem gar nicht passieren.“ So war Helmut Sievers natürlich auch vergangene Woche bei dem Großbrand auf einem leer stehenden Hof am Kathenener Weg im Einsatz. Bei den Nachlöscharbeiten wäre er sogar noch fleißiger dabei gewesen, wenn er nicht einen wichtigen Termin in Kiel gehabt hätte. Dort hatte der schleswig-holsteinische Innenminister Stefan Studt ihm für seinen ehrenamtlichen Einsatz die Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel verliehen.

Lob, Anerkennung und den bei Ehrungen obligatorischen Stich von Alt-Steinburg gab es auch aus dem Kreishaus. Heinz Seppmann stellte heraus, dass eine 25-jährige Amtszeit als Bürgermeister alles andere als eine Selbstverständlichkeit sei. Mit Hinweis auf den anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen betonte der stellvertretende Landrat, dass es am Ende die vielen Bürgermeister in den kleinen Gemeinden seien, die darauf reagieren müssten. In seiner unnachahmlichen Art machte der Fitzbeker aus seinem Herzen auch keine Mördergrube: „Was sich da im Moment abspielt, kann ich nicht gut heißen.“ In Anspielung auf eine zentrale Aussage seiner obersten Parteifreundin fügte Seppmann hinzu: „Ob wir das wirklich schaffen? Ich weiß es nicht.“ Der Sprecher vertrat abschließend die Einschätzung, dass die kommunale Ebene sich bei dem Thema mehr Gehör verschaffen müsse. Wörtlich sagte Seppmann: „Alle Bürgermeister sind jetzt gefordert zu fragen: Wo landen wir, wenn wir das nicht bremsen?“

Helmut Sievers selbst nahm die vielen lobenden Worte in aller Bescheidenheit entgegen. „Das ist schon überwältigend“, kommentierte er die Wortbeiträge. Er betonte dann aber auch, dass er sich nie um Ehrenämtern gerissen habe. Auch sei es ihm wichtig gewesen, immer alles zunächst mit der Familie zu besprechen. Ansonsten gab er seinen Gästen noch eine Tugend mit auf den Weg, mit der er immer bestens gefahren sei: „Bliev op’n Teppich.“ Und wenn es dann doch mal irgendwo holpere, müsse man sich der Holperei eben stellen.

Bevor es zum gemütlichen Teil überging, nahm Sievers dann noch eine Ehrung an seinem Stellvertreter in der Gemeindevertretung Stördorf vor. Kurt Schwardt bringt sich dort seit ebenfalls 25 Jahren ein. Für einen „guten Kollegen und Freund“ gab es eine Ehrenurkunde.

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