Glückstadt : Musiktheater der italienischen Art

Adjunkt Isodoro (l., gespielt von Nele Tiedemann) und sein Gerichtsbüttel (hinten, Alina Albers) haben alle Mühe, die Dorfbewohner zum Streitpunkt zu befragen, denn keiner hat etwas gesehen.  Fotos: Jörgens (2)
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Adjunkt Isodoro (l., gespielt von Nele Tiedemann) und sein Gerichtsbüttel (hinten, Alina Albers) haben alle Mühe, die Dorfbewohner zum Streitpunkt zu befragen, denn keiner hat etwas gesehen. Fotos: Jörgens (2)

Erfolgreiche Premiere: Detlefsenschüler zeigen das Stück „Tanto rumore per niente!“ – „Viel Lärm um nichts".

shz.de von
05. Juli 2018, 05:00 Uhr

Minutenlanger Applaus belohnte die Akteure des Musiktheaters im Glückstädter Detlefsengymnasium. Etwas ganz Besonderes hatten die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Regine Borg-Reich und Wieland Reich zuvor auf die Bühne gebracht. Scheinbar mühelos sangen, musizierten und spielten die Schüler das Stück „Tanto rumore per niente!“ – „Viel Lärm um nichts“ – frei nach Carlo Goldonis Komödie „Le baruffe chiozzotte“ – „Viel Lärm in Chiozza“.

Ein großes Orchester, der Unterstufenchor sowie der Mittel- und Oberstufenchor hatten keine Mühen gescheut und die zahlreichen Musikstücke in ihrer Freizeit zum größten Teil auf Italienisch einstudiert. „Ich finde es toll, dass ihr dafür noch neben eurer Schulzeit eure Freizeit aufgebracht habt“, dankte Susanne Senftleben, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums nach der Aufführung.

Besonders großer Beliebtheit beim begeisterten Publikum erfreute sich das temperamentvolle Spiel von Timo Borutta, der den jungen Fischer Lamberto spielt. Lamberto, mit Spitznamen Dorsch, möchte die junge Lucietta, mit Spitznamen Plappermaul, gespielt von Charlotte Willuhn, heiraten. Genau um diese Spitznamen entfacht jedoch ein Streit unter den jungen Frauen des Dorfes, während die Männer, allesamt Fischer, zum Fang auf See sind.

Während Donna Pasqua „Bratpfanne“ (Pauline Looft) gemeinsam mit ihren Freundinnen Lucietta „Plappermaul“, Donna Libera „Wachtel“ (Jana Schulze), Orsetta „Mischbrot“ (Lena-Sophie Freudenthaler) und der jüngsten Checca „Weißkäschen“ (Merle Zils) beim Handarbeiten auf dem Marktplatz sitzt, macht sich Toffolo „Murmeltier“ (Matthias Butz), ein Kahnbesitzer, einen Scherz mit den jungen Frauen, indem er Lucietta einen Kuchen kauft.

Daraus entbrennt ein Streit unter den Frauen, der schließlich darin gipfelt, dass Luciettas Bräutigam Lamberto mit dem Messer auf Toffolo losgeht. Das gesamte Dorf gerät in Aufruhr und die Gerichtsbarkeit in Person von Adjunkt Isidoro (Nele Tiedemann) hat alle Mühe, den Kern des Streites auszumachen.

Eine Spinne und ein singender Vagabund (Niklas Thomser) bringen schließlich alles so durcheinander, dass am Ende keiner mehr weiß, wem er eigentlich böse war. Nun kann die Sache doch noch ein gutes Ende nehmen.

„Wir danken euch allen für diesen fröhlichen, spritzigen Abend“, freute sich Susanne Senftleben nach der Aufführung. Und spritzig war es auf alle Fälle. Jede Menge Aktion auf der Bühne, eine gelungene Musikauswahl, stilistisch vielfältig vom Schlager bis zur Arie, und ein tolles Gesamtarrangement von Regine und Wieland Reich. Das Publikum erklatschte sich am Ende noch eine Zugabe.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: Heute findet ab 19 Uhr noch eine weitere Aufführung im Gymnasium statt.

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