Kultur : Musiktalent sorgt für Gänsehaut-Feeling

Hat ihre erste CD aufgenommen und plant weitere Auftritt: Die Glückstädter Sängerin und Gitarristin Franziska Fuhrmann.
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Hat ihre erste CD aufgenommen und plant weitere Auftritt: Die Glückstädter Sängerin und Gitarristin Franziska Fuhrmann.

Franzi Fuhrmann (15) aus Glückstadt begeistert ihr Publikum mit Solo-Darbietungen und tritt auch mit Musiklehrer Rolf Lindhorst als Gitarren-Duo auf

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02. Juni 2015, 17:19 Uhr

Eine 15-jährige Schülerin von Musiklehrer Rolf Lindhorst aus Glückstadt sorgt mit ihrer Stimme, ihren Liedern und ihrem Gitarrespiel für Furore: Dass Franziska Fuhrmann (15), Schülerin an der Elbschule Glückstadt, die Musik im Blut liegt, bemerkte sie schon früh selbst. „Ich war schon immer musikalisch, mache selber Musik seit der 5. Klasse“, erzählt sie.

Als es im offenen Ganztagsunterricht das Angebot „Gitarre ohne Noten“ für Schülergruppen bei Rolf Lindhorst (63) und seiner Mobilen Musikschule gab, belegte sie den Unterricht bei ihm, denn: „Ich wollte unbedingt ein Instrument spielen“, sagt sie. „Da habe ich bemerkt, dass sie auch gut singen kann und eine unwahrscheinliche Stimme hat“, so Rolf Lindhorst.

Schnell hatte sie erste Auftritte, fing an mit Pop- und Kinderliedern und ein paar Rocksongs. „Es hat sich gezeigt, dass sie besonderes Talent hat“, lobt Lindhorst. Besonders ihre kraftvolle, variantenreiche und glockenhelle Stimme stach hervor. „Die Zuhörer kriegten schon da eine Gänsehaut, wenn sie sie singen hören.“

Das Spielen auf der Gitarre wurde zur Hauptfreizeitbeschäftigung der Schülerin. Dann ging es vom Gruppen- zum Einzelunterricht. Sie begann auch, eigene Songs zu schreiben, die sie selber spielen wollte.

Franziska lernte selbst schwierige Techniken wie das Zupfen schnell und spielte komplizierte Melodien sowie die schweren „Barré-Griffe“, „vor denen sich die Schüler gerne mal drücken“, wie Rolf Lindhorst beeindruckt feststellt.

Nun hatte sie bis zu fünf Auftritte im Jahr, teilweise auch schon als Solo-Konzerte. Sie war im vergangenen Jahr bei der Wilster Aurallye ebenso zu hören wie beim Rathausfest in Wilster, trat bei der Sparkasse in Glückstadt und in Elmshorn auf.

Seit Anfang des Jahres steht die Schülerin nun gemeinsam mit ihrem Lehrer („Duo Franziska Fuhrmann und Rolf Lindhorst“) auf der Bühne. „Weil ich selber auch viele Auftritte habe, haben wir unsere Programme zusammengetan, singen und spielen poppige Titel, Balladen, Blues, Irish Folk Songs und plattdeutsche Lieder“, so Lindhorst.

Sie spielen auf Geschäftseröffnungen und Stadtfesten und hatten auch schon größere Auftritte wie bei der Irish Folk Night in Schenefeld als Vorband von „Rapalje“ und „The Sally Gardens“.

Die Nachwuchsmusikerin habe sogar das Zeug dazu, mit einer Solokarriere bekannt zu werden, ist Rolf Lindhorst sicher. Auch Franziskas Mutter, eine gebürtige Dänin, versucht ihr dabei zu helfen, ist aber vorsichtig, was die professionelle Musikbranche angeht: „Weil sie nicht ,verheizt’ werden soll, vermarktet sie sich vorerst selber.“

Und die Sängerin wagt sich auch an andere Richtungen heran. So hat sie erste plattdeutsche Lieder schon eingeübt und beim plattdeutschen Abend in den Glückstädter Werkstätten mit der Gitarre vorgetragen. „Das kam sehr gut an. Ich kann inzwischen auch ein bisschen Platt sprechen“, erzählt sie. „Es ist spannend, immer neue Songs zu singen und zu schreiben.“

Am liebsten singt Franziska aber Balladen. „Da kommt die Stimme am besten zum Tragen“, findet auch Lindhorst. Eigenkompositionen schreibt sie meist auf Englisch. „Da habe ich mehr Möglichkeiten, mich auszudrücken.“ Aber sie singt – vom Elternhaus mitbekommen – auch auf Dänisch.

Gerade erst hat das Duo Fuhrmann-Lindhorst eine Demo-CD aufgenommen: elf Songs mit der gesamten Bandbreite, die sie auch bei ihren Auftritten spielen. Die CD haben sie selbst in einem kleinen Studio produziert, einzeln eingespielt und eingesungen. „Franziska war in zweieinhalb Stunden fast fehlerfrei fertig“, sagt Rolf Lindhorst. „Ich selber habe da etwas länger gebraucht.“

Sie ist außerdem dabei, gemeinsam mit einem Mitschüler, der Cajon – ein kistenförmiges Schlagzeug – spielt, eine eigene Band zu gründen.

Ihre musikalischen Aktivitäten möchte Franziska mit sozialem Engagement verbinden: Nach einer Ausbildung in einem Projekt an der Schule wurden ihr Flüchtlingskinder zugeteilt, für die sie als Patin zuständig ist. Gemeinsam planen sie nun ein Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlinge in Glückstadt und werden vermutlich auch beim geplanten „Fest der Vielfalt“ im September mitmachen.

Wenig verwunderlich, dass auch die entfernteren Zukunftspläne der 15-Jährigen mit Musik zu tun haben. Ihr Berufsziel: Nach einem Praktikum bei den Glückstädter Werkstätten möchte sie gerne als Musiktherapeutin arbeiten.

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