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Musikalische Zuversicht gegen die dunkle Jahreszeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Festliches Konzert mit einem ergreifenden Finale in der Bartholomäuskirche

Da kommt Freude auf. Ein ergreifendes Konzert in vollbesetzter Kirche. Kantor Hartwig Barte-Hanssen hatte für sein „Bach-Vocal-Ensemble“ ein Programm mit theologischen Intentionen zusammengestellt, das der „dunklen“ Kirchenjahreszeit mit dem Ewigkeitssonntag (am 22. November) etwas Zuversichtliches entgegensetzt. Insofern wählte er mit den Motetten von Henry Purcell („Rejoice in the Lord alway“) und Johann Sebastian Bach („Sei Lob und Preis mit Ehren“) zwei Stücke aus, die den Gedanken der Hoffnung besonders betonen.

Diese Konzertlinie fand in der Motette „Ich lieg’ und schlafe ganz mit Frieden“ von Johann Christoph Friedrich Bach ihren Höhepunkt. Barte-Hanssen wählte dafür ein mittleres Tempo, denn das Stück des dritten der vier komponierenden Bach-Söhne stellt kein Schlaflied dar, sondern einen Hinweis auf die Vollendung des Erlösungsgedankens. Der Chor fand dafür eine gelungene Darstellung.

Für die relektierende Ruhe im Anschluss an dieses viertelstündige Werk sorgte die von Julia von Grebmer auf der Harfe intensiv gespielte „Fantasie in a-Moll“ des Franzosen Camille Saint-Saens. Es stellte einen bemerkenswerten Kontrast zwischen den feinen Harfenklängen und dem anschließenden Orgel-Solo dar, das vor allem von den tiefen Registern wie Ruach, Subbass, Prinzipal und Posaune geprägt war. Carlotta Ferrari (*1975) legt in ihrer umfassenden Komposition „Der Engel der Finsternis“ Wert auf die Betonung der Gegensätze von Hell und Dunkel, denen Barte-Hanssen als Solist auch durch den Einsatz der fein klingenden Marien-Orgel hinter dem Altar einen raumfüllenden Ausdruck gab.

Eine besonders tiefgehende Intensität verlieh die Sopranistin Geraldine Zeller dem Konzert. Schon in dem „Magnificat“, für Orgel und Sopran von Barte-Hanssen komponiert, überzeugte sie mit der Strahlkraft und Sanftheit ihrer Stimme. Aber in der abschließenden „Bischofskantate“, ebenfalls von Barte-Hanssen komponiert, prägten ihre Soli auf einen Text des Vor-Renaissance-Mystikers von Nicolaus von der Flüe die musikalische Atmosphäre von Ergebenheit und Zuversicht. Begleitet von der „Norddeutschen Sinfonietta“ gelang hier dem Chor und der Solistin ein ergreifendes Finale.


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erstellt am 09.Nov.2015 | 09:41 Uhr

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