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Wohnzimmerkonzert : Musikalische Tupperparty mit Gänsehaut-Garantie

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Joshua Carson hat in Borsfleth ein Wohnzimmerkonzert gegeben

WoZiKo – Wohnzimmerkonzert nennt Joshua Carson seine Auftritte. Der Musiker hat sich in Zeiten, in denen sich kaum jemand noch eine CD kauft, wenn er sie doch genausogut im Internet herunterladen kann, ein ungewöhnliches Vermarktungskonzept überlegt. Er lässt sich von seinen Zuhörern nach Hause einladen. Ins Wohnzimmer. So auch bei Brigitte Gravert-Peters in Borsfleth. Die Idee dafür stamme nicht von ihm, sondern aus Frankreich. Dort seien solche Hauskonzerte schon lange ein Erfolg.

Das Konzept geht auch für Carson auf. „Die intime Atmosphäre und die Nähe zum Publikum machen die WoZiKos intensiver als gewöhnliche Auftritte.“ Bis zu 150 dieser kleinen Konzerte gibt er im Jahr. „Mein Ziel ist es, irgendwann in jedem deutschen Wohnzimmer gespielt zu haben.“

Brigitte Gravert-Peters hat das Konzert gemeinsam mit Frauke Stockfleth organisiert. Beide hatten Carson im vergangenen Jahr zufällig bei einem seiner Auftritte auf Sylt gehört – und sprach ihn an. Als der Musiker ihr von dem Konzert für Freunde und Bekannte erzählte, war für sie alles klar. „Wir waren von der Idee gleich begeistert“, erzählt Brigitte Gravert-Peters.

Für seine Gastgeber hat der Liedermacher einige Regeln aufgestellt. Sie sorgen neben den Räumlichkeiten für Essen und Getränke und garantieren, dass mindestens 25 Zuhörer erscheinen. Dafür ist der Auftritt bis auf geringe GEMA-Gebühren kostenlos. Carson verkauft vor Ort seine CDs und nimmt freiwillige Gagen der Konzertgäste entgegen. „Das funktioniert wie eine Art musikalische Tupperparty“, erklärt der Musiker.

In Borsfleth überzeugte der Künstler sein Publikum mit gefühlvollen Balladen wie „Was ich gerade denke“ davon, dass er, nach eigener Aussage, „fließend romantisch spricht“. Nicht wenige Zuhörer fühlten sich an Carsons erklärtes musikalisches Vorbild Reinhard Mey erinnert. Wie Mey setzte Carson sich in einigen seiner anspruchsvollen deutschen Songtexte auch mit gesellschaftlichen Missständen auseinander. So thematisierte er in „Die Würde des Schweins ist unantastbar“ die Probleme der modernen Massentierhaltung. Abgerundet wurde das Programm durch humorvolle Lieder wie „Meine Deutschlehrerin“, eine Hommage an eine offensichtlich heiß geliebte, aber leider sehr erfolglose Pädagogin.

Die gut 40 Zuhörer zeigten sich begeistert von dem ungewöhnlichen Konzertereignis und bedankten sich mit anhaltendem Applaus.

Frauke Stockfleth: „Es war ein besonderes musikalisches Erlebnis.“ Einige Besucher überlegten schon am selben Abend selbst ein WoZiKo zu veranstalten. Joshua Carson würde sich über weitere Auftritte in der Region freuen. >Infos: www.joshuacarson.de

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