Stadtjubliäum : Musikalische Reise durch 400 Jahre

Der „Gefangenenchor“ wurde von Masanori Hosaka sehr gefühlvoll dirigiert.
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Der „Gefangenenchor“ wurde von Masanori Hosaka sehr gefühlvoll dirigiert.

Stadtchor, Glüxklang, Musikschule und der dänische Polizeichor begeistern das Publikum in der Stadtkirche

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24. März 2017, 05:00 Uhr

„Herzlich willkommen zum Festkonzert anlässlich des 400-jährigen Stadtjubiläums“ hieß es in der Stadtkirche. Drei Chöre, ein Gesangsduo und viele Instrumentalisten hatten gemeinsam ein Programm zu Ehren des Geburtstags der Stadt Glückstadt und für die Bürger der Stadt zusammengestellt, das kaum Wünsche offen ließ.

Als Hommage an den Stadtgründer, den dänischen König Christian IV., war aus Kopenhagen der dänische Polizeichor unter der Leitung von Lars Jorgensen der Einladung nach Glückstadt gefolgt. Charmant moderierte Jorgensen den ersten Teil des Konzertes, den „sein“ Chor bestritt. Mit kräftigen Männerstimmen begeisterten die Gäste aus Dänemark das Publikum schnell. Kurzweilige Lieder mit viel Rhythmus hatten sie zum Jubiläumskonzert aus ihrer Heimat mitgebracht. Besonders schwungvoll beendeten die Sänger ihren Auftritt mit dem flotten englischen Song „Be my life´s companion“. Dazu griff Lars Jorgensen kräftig in die Tasten, wie ein passionierter Jazzpianist.

Klassisch ging es mit Beethoven und Händel weiter beim „Quartett Lied Hoch“. Kraftvolle Klavierunterstützung erhielten sie von Rikako Oka, manchmal gar ein wenig zu kraftvoll, ließ sie doch den Gesang in den Hintergrund treten.

Ein Höhepunkt beschloss den ersten Konzertteil: Lars Jorgensen dirigierte den Polizeichor Kopenhagen und die Sänger von „Quartett Lied Hoch“ beim „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“. Und das tat er mit ganzem Körpereinsatz, was das Publikum mit großem Applaus belohnte. Für den „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ übernahm dann noch einmal Masanori Hosaka sehr gefühlvoll das Dirigat über beide Chöre.

Mit ihrem „Glückstadt-Song“ steuerte auch das Duo „Glüxklang“ – Stephanie Ebel und Bodo Will – ihre Interpretation der Stadtgründung zum Konzert bei. Auch sie erhielten viel Applaus.

Im zweiten Teil gab es einen Überblick über die musikalischen Epochen der vergangenen 400 Jahre seit Gründung der Stadt. Die Musikschule Glückstadt hatte ihre besten Musiker geschickt, um gemeinsam mit dem Chor der Stadtkirche und dem Kantor eine musikalische Reise durch die Zeit zu machen vom Barock über die Klassik und Romantik bis hin zur Moderne. Ausgezeichnete Musiker präsentierten hochwertige Musikstücke in verschiedenen Besetzungen. Brillant spielte Kathrin Spillner ihre Violinstücke. Und auch die Sopranistin Maren Hachmann begeisterte mit ihrer klaren und kraftvollen Stimme. Für die Klavierpartie war Alexander Annegarn zuständig. Zur zweiten Geige griff Jürgen Groß und an der Orgel waren Florian Hanssen und wieder Alexander Annegarn zu hören.

Außerdem sangen und spielten mit: Daniel Schröder an der Klarinette, Valeria Schumann (Alt) und Karin Pawolka (Sopran) sowie Wieland Reich (Percussion). Insgesamt ein ganz hervorragendes Programm hatte Jürgen Groß, Leiter der Musikschule, zusammengestellt. Zu Gehör kamen unter anderem Werke von Heinrich Schütz, Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Robert Schumann, Astor Piazolla und Steve Reich. Besonders schön anzuhören waren die Duette aus der Romantik, gesungen von Maren Hachmann zur Klavierbegleitung von Alexander Annegarn.

Sehr imposant war auch die Einlage des Chores der Stadtkirche, mit Solistin Maren Hachmann und Alexander Annegarn an der Orgel. So vielstimmig und hochgradig besetzt hatte die Hymne „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy wahrlich Volumen und Tiefe. Zu einer „wilden musikalischen Fahrt durch das 20ste Jahrhundert“ lud Stefan Wolter ein – er moderierte den Abend.

Aus dem 20sten Jahrhundert kamen dann zu Gehör Astor Piazollas „Oblivion“ und ein interessantes, vielschichtiges Stück von Steve Reich aus „Tehilim“. Sehr anspruchsvoll für die Solisten, für die Zuhörer bisweilen etwas anstrengend, weil den verschiedenen musikalischen Strängen kaum zu folgen war. Dennoch gab es am Ende tosenden Applaus. Mit einem großen Chor, bestehend aus allen Musikern des Abends sowie dem Publikum wurde das Konzert mit der „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven beendet.

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