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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 11:28 Uhr

Musikalische Botschafter bei der Expo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vor fünf Jahren China, jetzt Italien: Das Blasorchester Wewelsfleth vertritt Deutschland und die Wilstermarsch bei der Weltausstellung

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 09:50 Uhr

Sie bestehen schon seit 60 Jahren und präsentieren seitdem Blasmusik im Wandel der Zeit. So ergriffen die Musiker des Blasorchesters Wewelsfleth 2010 die Gelegenheit, bei der Weltausstellung „Expo“ im chinesischen Shanghai als Interpreten aufzutreten (wir berichteten). Nun haben sie einen weiteren großen internationalen Auftritt am Haken, werden auch in diesem Jahr wieder bei der aktuellen Weltausstellung „Expo“ vertreten sein. Die finden unter dem Motto „Feeding the Planet, Energy for life” (Deutsch: „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“) seit dem 1. Mai noch bis zum 31. Oktober im italienischen Mailand statt.

„Nach unserem Auftritt in Shanghai dachten wir schon, mehr geht nicht“, wie Musikerin Ina Mehlert schildert, die seit 30 Jahren Klarinette spielt. Als Vorstandsmitglied und Leiterin hat die Verwaltungsangestellte vor fünf Jahren schon die Chinareise organisiert.

Denn: „Das Musikprogramm ist normalerweise eher großstädtisch auf Rap, Hip Hop oder Beatbox ausgelegt.“ In Dietmar Schmitz, Generalkommissar des Deutschen Pavillons (und Leiter des Referats Messepolitik und Expo-Beteiligung), den sie bei ihrem Auftritt in Shanghai kennen lernten, haben sie aber offenbar einen Befürworter im Bundeswirtschaftsministerium. Und so wurden sie nun wieder eingeladen. Damit sind sie die einzige Gruppe aus Schleswig-Holstein, die ihr musikalisches Repertoire auf der Weltausstellung präsentieren kann.

Das finanzieren die Musiker und Musikerinnen komplett selber, und sie kriegen auch keine Gage. „Aber wir haben viele Sponsoren und Förderer, die uns unterstützt haben, die Gemeinde zahlte einen kleinen Zuschuss“, freut sich Mitorganisatorin Martina Kaminski, die für die Kasse zuständig ist.

Am Donnerstag, 22. Oktober, fliegen 49 Mitglieder des Blasorchesters in Richtund Süden – 35 Musiker und 15 Ehepartner. Schon einen Tag später, am Freitag, 23. Oktober, stehen sie unter der Leitung von Dirigent Thomas Keller auf der Bühne am Deutschen Pavillon, und das gleich zwei Mal für 90 Minuten, je einmal mittags und abends.

Sie wollen mit ihrer Präsentation Eindruck hinterlassen, haben sich beispielsweise einheitlich blaue T-Shirts mit dem „Expo“-Logo (Aufschrift: „Ciao Milano“) zugelegt. „Auf eine Videowand projizieren wir während unserer Auftritte eine Bildershow über Wewelsfleth und die Wilstermarsch und machen damit Werbung für die Region“, kündigt Ina Mehlert an.

Musikalisch bietet das Orchester gemäß dem Motto „Energie für das Leben“ ein gemischtes Repertoire, das je nach Publikum auch variieren kann. „Neben unserer Bühne befinden sich die „Paulanerstuben“ und das deutsche Restaurant“, erzählt Ina Mehlert. Da sei wohl ein dankbares Publikum vorhanden.

In ihrem Programm enthalten ist Konzertantes wie „Euregio“, moderne Unterhaltungsmusik á la Udo Jürgens und „ABBA“, Filmmusik wie „Mary Poppins“ und neben einem Potpourri als Hommage an die Gastgeber auch drei italienische Titel: „Komm mit nach Italien“, „Volare“ und „Funiculi Funicula“. Nach den beiden Auftritten hat das Orchester dann am Sonntag um 14 Uhr in Baveno gleich noch einen 90-minütigen Auftritt am Lago Magiore, der von der Reisegesellschaft organisiert wurde. „Dieser wird wie ein Kurkonzert auf einem Platz mit Bühne statt finden“, schildert Matina Kaminski. Zu hören sein werden dann bekannte Melodien von ABBA bis zu internationalen Standards.

Die meisten der Mitreisenden kennen das Prozedere noch vom letzten Mal, als 29 von ihnen schon dabei waren. Während die Mitglieder des Orchesters fliegen, werden die Instrumente mit einem Transporter gesondert gefahren, was Platz und Geld spart. Übernachtet wird vor Ort im Hotel. Drei Mitglieder aus dem Vorstand waren im Juli schon einmal da und haben den Verlauf im Vorfeld abgeklärt.

„Schon das war sehr interessant“, so Ina Mehlert. Denn das Gelände sei im Gegensatz zu Shanghai sehr kompakt. „Es hat eine zwei Kilometer lange Prachtstraße, die uns gut gefallen hat.“
Am Montag fahren sie dann nach allen absolvierten Konzerten nach Mailand und machen eine Stadtrundfahrt, bevor sie abends wieder zurückfliegen – „… damit wir am Dienstag wieder proben können“, sagt Ina Mehlert, allerdings halb im Scherz.

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