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Kunst-Projekt : Musik in der Fabrik: „Alsen klingt!“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit 15 Jahren läuft das Projekt „Alsen klingt“ des Künstlers Olaf Plotz auf dem ehemaligen Industriegelände.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Seit 18 Jahren lag das Gelände brach, als Olaf Plotz im Sommer 1999 erstmals die sich selbst überlassenen Gebäude der ehemaligen Zementfabrik Alsen besuchte. Der Vaaler Musiker und Fotograf war von der Akustik der Bauten – besonders der des alten Schlemmbottichs – beeindruckt. Der Künstler nahm sich vor, in dieser malerischen Umgebung mit anderen Kollegen zu musizieren.

Bei einem Projekttag des Hamburger Vereins „Hörbar“ kam Plotz mit dem Kameramann Dieter Ackermann ins Gespräch. Es entstand die Idee, die von Plotz und seinen Musikern meist improvisierten Stücke filmisch zu dokumentieren.

Bis heute hat die Faszination Alsen den Künstler nicht los gelassen. Jeden Monat gibt es auf Olaf Plotz’ Internetseiten neue Fotos und Videos von seinem Wirken auf dem Gelände. Die Improvisation ist Plotz bei den Ton- und Filmaufnahmen sowie bei den Fotografien wichtig: „Gerade an Orten wie Alsen ist es so, dass der Künstler mit der Umgebung arbeitet und die Umgebung mit dem Künstler. Das ist ja die Faszination. Man muss sich auf Unerwartetes einstellen und damit dann umgehen.“ Dieses Unerwartete kann, so Plotz, alles Mögliche sein – das Wetter, der Verfall, Tiere, aber auch andere Künstler, Besucher, Spaziergänger oder am Gelände vorbeirasende Züge. Oder auch der Abriss. All das wird, so wie es eben da ist, in die Musik und Fotografie mit eingebunden. Dadurch enstanden vom Beginn des Projekts bis heute Aufnahmen mit Musikern wie Frederic Engel (verschieden Flöten), Peter Hokema (Saiteninstumente) aber auch mit Formationen wie dem Marner Posaunenchor.

Die unterschiedlichsten Instrumente hat auch der Vaaler selbst schon mit auf das verlassene Fabrik-Areal gebracht, um die einmalige Akustik zu nutzen. Ob karibische Seeldrums, Daumenklavier oder Rahmentrommel – Alsen klingt.

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Plotz die Aufnahmen, größtenteils im Internet, aber auch bei Ausstellungen ud Vorträgen. „Das bin ich mir und dem Projekt nach 15 Jahren ja geradezu schuldig“, kündigt er weitere Veröffentlichungen an. Allerdings sei es bei einem so großen Fundus an Material mittlerweile schwieriger geworden, eine Auswahl zu treffen, da es so viele bemerkenswerte Zusammentreffen auf musikalischer und menschlicher Basis gegeben hat.

„Alsen hat für mich und die Kollegen und Freunde, die ich mitnehme, auch immer etwas Meditatives“, sagt Plotz über die Arbeit zwischen E-Werk, Schmiede und Schlemmbottich. „Da kommt es zu den interessantesten Gedanken und Gesprächen.“

Und wie lange will Olaf Plotz sich noch mit dem Projekt „Alsen klingt!“ beschäftigen? „Solange auch nur noch ein Gebäude auf dem Gelände steht, mache ich mit dem Projekt auch weiter!“


> Im Internet: www.olaf-plotz.de und www.youtube.com/user/OlafPlotz.

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