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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 11:41 Uhr

Musik für den guten Zweck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 17:06 Uhr

Einen ganzen Abend lang Unterhaltung und gute Laune – das „8. Lime-Tree-Festival“, zum vierten Mal vom „KulturWerk“ in den Glückstädter Werkstätten organisiert, lockte wieder 120 Besucher an. Das Konzept, Live-Musik von Bands aus der Region für einen guten Zweck zu bieten, hat sich inzwischen bewährt. Die Besucherzahlen bleiben mit kleinen Abstrichen stabil. Der Erlös kommt der Arbeit direkt vor Ort zugute.

Zu Getränken und Snacks bot der Abend für jeden Geschmack etwas. „Gleich zu Anfang war die Stimmung schon gut“, freute sich Organisator Gerd Galonska. „Timbo & Band“ aus Itzehoe um Tim Engel, den Sänger mit der variantenreichen Stimme, spielten schon „fantastisch mit einem hervorragenden Mischer“.

Im Laufe des Festivals tanzten viele Fans direkt vor der Bühne, Bewohner, Besucher und Mitarbeiter gleichermaßen. Drummer Robin fand hinterher: „Es herrscht eine schöne Atmosphäre, die Besucher haben viel mitgesungen und Spaß an der Musik gehabt.“ Die Band spielte zur Belohnung zahlreiche Stücke von ihrem kommenden Album „Von wegen leben“, das im November erscheinen soll.

„Es ist schön, dass die Musik auch den behinderten Menschen im Publikum Freude gebracht hat“, sagte Galonska. Die folgende Band „Die Anderen“ aus Glückstadt war und spielt – anders. In ihrem dreiviertelstündigen Auftritt mit einer Mischung aus Punk, Metal und Rock mischte sie das Publikum auf. Nach einer Umbesetzung präsentierte sich die Band mit Querschnitt aus ihrem Repertoire. Leadsänger Jan Fischer befand hinterher: „Das hat Spaß gemacht, die Leute sind gut mitgegangen. Es war für uns ein Heimspiel.“

Anschließend gab die achtköpfige Ska-Band Skop aus Elmshorn eine Stunde lang eine Kostprobe ihres Repertoires. Die Musik ist eine Mischung aus Ska und Reggae mit Öffnung in die Bereiche des Pop und Jazz. Auch hier herrschte vor der Bühne tanzende Ausgelassenheit.

Die Bands spielten ohne Gage, der Eintritt kommt den Aktivitäten der „Hans-Jürgen-Thun-Stiftung“ vor Ort zugute. Die Stiftung von Pastor Thomas-Christian Schröder verwaltet Gelder für Hilfsbedürftige in Glückstadt.

Werkstattleiter Jörg Reinhardt freute sich: „Die Bands gehen auf die Beschäftigten und die Bewohner zu“, schränkte aber auch ein: „Viele Menschen haben oft Angst vor den Glückstädter Werkstätten. Dabei wollen wir in der Inklusion verbinden, das Trennende überwinden wie bei den Flüchtlingen.“ Deshalb wäre seiner Ansicht nach „mehr Mut angebracht, seine Bedenken zu überwinden und hier mitzufeiern unter dem Motto „Ich bin anders und hier darf ich es sein.“

Besucherin Imke Herzenauer aus Glückstadt, die mit Mann und Freunden vor der Bühne stand, fand: „Die Stimmung ist gut. Das ging gleich zu Anfang gut los.“ Auch Gerd Galonska war etwas enttäuscht wegen der scheinbaren Berührungsängste. „Wir haben es leider noch nicht geschafft, die Besucherzahlen zu erhöhen. Wo gibt es für nur fünf Euro so viele gute Bands zu hören?“

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