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Ausstellung : Museum zeigt alte Schätze aus der Störstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusener Museum lädt zum „Tag des Offenen Magazins“. Röhrenradios, Messerputzer und andere Alltagsdinge lagern auf dem Dachboden einer ehemaliger Mädchenschule.

Viele Stufen führen in die Vergangenheit der Störstadt. Auf dem Dachboden des Kita-Gebäudes am Stechelsweg bewahrt das Museum Kellinghusen Schätze aus alten Zeiten auf. Öffentlich zugänglich ist das Magazin am Mittwoch, 25. September, von 13.30 bis 15 Uhr. Wobei schon das Haus selbst ein Museumsstück ist und viel über sich erzählen könnte. Wo heute der jüngste Nachwuchs erste Schritte ins Leben tut, hallten auch früher Kinderstimmen. Mädchen mit Scheitelfrisur und Zöpfen, schwarzen Stiefeln und adretten Schürzen lernten hier „für das Leben“.

1905 musste die ehemalige Mädchenschule dem Rathausneubau weichen. Als Ersatz wurde ein neuer Rotklinkerbau auf der damaligen „Pastoratskoppel“ erstellt. Schon 1935 paukten an der Mädchenschule auch Jungen, später wurde sie als Grundschule genutzt. Seit 1994 ist im alten Schulhaus die Kita am Stechelsweg untergebracht. Fast eben so lange lagern auf dem Dachboden des Gebäudes Sammelstücke des städtischen Museums. „Aus Platzmangel nutzen wir die Fläche gerne als Magazin“, sagt Museumsleiter Hans-Georg Bluhm.

Am kommenden Mittwoch präsentiert sich das leicht angestaubte bunte Sammelsurium der Öffentlichkeit. Ältere Störstädter können beim „Tag des offenen Museumsmagazins“ in Erinnerungen an die Jugendzeit schwelgen, jüngere das Leben früherer Generationen entdecken. Aus Vorzeiten des Internet-Bankings stammt die Tasche des Gasmannes, als dieser noch persönlich vorbeischaute, um das Gasgeld zu kassieren. Wohl noch betagter ist der original Kellinghusener Löscheimer als Hilfe gegen den gefürchteten „Roten Hahn“.

Mit Erklärungen und Hinweisen hilfreich zur Seite steht den Besuchern Helga Beth. Im Magazin kennt sie sich aus, wie niemand sonst. Unzählige Stücke in den Regalen hat sie seit 1997 nummeriert und katalogisiert.

In den Regalen gehütet werden auch kulturgeschichtliche Dinge, die nicht direkt mit der Stadt zu tun haben – Beispiele sind ein kleines Röhrenradio – heute oft Vorlage für Vintage-Designs – oder eine mechanische Schreibmaschine. Andere Stücke zeugen vom Übergang des Handwerks zur Industrialisierung – wie die alte Miele-Buttermaschine, deren Mechanik als Vorlage für die Waschmaschinentechnik diente, oder ein alter Messerputzer, den das Museum von einer örtlichen Familie erhalten hatte.

„Toll, dass Menschen solche Alltagsdinge aufgehoben haben“, freut sich Museumsleiter Bluhm. Obdach bieten die 120 Quadratmeter Speicherfläche sogar kompletten Werkstätten, wie der des Schuhmachermeisters Panje oder des Pantoffelmachers Timmermann. „Viele Dinge kamen auch aus dem Nachlass der Färberei Junge zu uns“, sagt Bluhm. Derzeit investiert Helga Beth ehrenamtlich viele Stunden, um den Werkstatt-Nachlass eines Zimmermeisters aufzunehmen.

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