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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 22:27 Uhr

Ausstellung : Museum öffnet Schatzkammer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Ausstellung „Die Männer und das Meer – Glückstädter Seefahrt und Fischfang in historischen Fotografien“ eröffnet.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 05:00 Uhr

„Der Anlass der Sonderausstellung liegt genau 120 Jahre und einem Tag vor ihrer Eröffnung: Am 26. Oktober 1893 gründeten Glückstädter Honoratioren die Glückstädter Fischerei- Actiengesellschaft in Glückstadt.“ Mit diesen Worten begrüßte Dr. Catharina Berents, Direktorin des Detlefsen-Museums die zahlreichen Gäste, die zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung gekommen waren. „Die Männer und das Meer – Glückstädter Seefahrt und Fischfang in historischen Fotografien“ ist sie übertitelt.

Den Grund dazu lieferte neben dem historischen Anlass auch eine Schenkung, die dem Museum 2011 übergeben wurde. Bilder aus dem Nachlass des Glückstädter Archivars und Historikers Dr. Gerhard Köhn bilden den Grundstock zur neuen Ausstellung. Darunter befanden sich zahlreiche Fotografien des Hamburger Fotografen Helmut Stubenrauch aus den 1960er Jahren, der das Leben in der Fischereistadt Glückstadt zu jener Zeit in seinen Fotos festgehalten hat. Seine Arbeiten sind der Stadt am Wasser, der Glückstädter Heringsfischerei und dem Hafenbetrieb gewidmet: Packer und Netzstrickerinnen, mit Eis überzogene Heringslogger in Winterruhe, gigantische Berge von Fässern auf der Pier. Außerdem sind unter dem Nachlass von Dr. Köhn viele Bilder, auch aus privater Hand, die vor allem das schwere Leben an Bord der Heringsfischereiflotte dokumentieren: Junge Männer mit harten Gesichtern, die Netze einholen, die Fische an Bord verarbeiten und in die schweren Fässer schichten.

Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich den Bilder des Glückstädter Naturforschers Rudolf von Willmoes-Suhm, der im Alter von 25 Jahren 1872 überraschend das Angebot erhielt, an einem damals sensationell ehrgeizigen Projekt mitzuarbeiten, der Challenger-Expedition. In den folgenden Jahren bereiste der junge Mann die Welt und die Weltmeere. Die von ihm und seinen Wissenschaftskollegen gesammelten Daten beschäftigten noch Jahrzehnte später die Wissenschaft und lieferten entscheidende Erkenntnisse für Ozeanographie und Vermessung der Meere. Die Bilder, die der junge Fotograf damals machte, zeigen das ursprüngliche Leben in den entlegensten Teilen der Welt: philippinische Einwohner, die misstrauisch die Fremden begutachten, Flora und Fauna, Dörfer und Städte der Südsee.

Gesichtet und aufbereitet hat die Bilder der wissenschaftliche Mitarbeiter im Detlefsenmuseum Jann Roolfs. „Wir sitzen hier in einer Schatzkammer, doch dieser Schatz musste geborgen werden“, sagte er in seiner Einführung in die Ausstellung. Rund ein Jahr hat er gemeinsam mit Dr. Catharina Berents die Fotografien angesehen, ausgewählt und digitalisiert, um sie nun in dieser Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Doch damit ist keineswegs der komplette Nachlass bereits bearbeitet. Unzählige Bilder warten noch darauf, gesehen und bewundert zu werden. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung sprach auch Ines John, Mitarbeiterin der Obersten Fischereibehörde im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Sie freute sich, dass das Ministerium diese Ausstellung fördern konnte. „Es ist uns wichtig, auch kleine, feine Projekte zu fördern, die sich vor allem an die Menschen der Region wenden.“

Während der Ausstellung wird auch das Buch „Gefischtes. Gedichte, die auf der Zunge zergehen“ vorgestellt. Am 10. November wird eine der Autorinnen, Arezu Weitholz, um 11.30 Uhr daraus lesen. Am 1. Und 8. Dezember finden jeweils um 15 Uhr Führungen durch die Sonderausstellung mit Jann Roolfs statt. Insgesamt ist die Ausstellung noch bis zum 15. Juni 2014 im Detlefsenmuseum zu sehen.



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