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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 18:35 Uhr

Museum mit Kuschelfaktor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

25 Jahre Heimatkundliche Sammlung in Brunsbüttel-Ort / Zum Saisonausklang wird Jubiläum gefeiert

von
erstellt am 31.Okt.2015 | 04:53 Uhr

Schusterwerkstatt, historisches Klassenzimmer, der Versammlungsraum der Kap Hoorniers, das den Autoren Boy Lornsen und Emil Hecker gewidmete Dichterzimmer und noch vieles mehr – das Brunsbütteler Heimatmuseum bietet einen tiefen Einblick in die Vergangenheit der Schleusenstadt, die früher Brunsbüttelkoog hieß. Untergebracht ist die heimatkundliche Sammlung am Markt 4 in Brunsbüttel-Ort. Das gelbe Haus hat selbst eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich, war sogar eine Zeit lang Rathaus. 1990 entdeckte der Verein für Brunsbütteler Geschichte die Möglichkeiten eines Museums in den Räumen. Seit 2007 kümmert sich die städtische Volkshochschule um die Einrichtung. Zu diesem Zeitpunkt drohte dem Haus die Schließung. „Die VHS wurde zum Retter“, sagt Museumsleiter Roland Ladage.

Doch gerade solchen kleinen Museen können sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, müssen sich beständig entwickeln. „Regionale Verbundenheit bleibt weiterhin ein wesentliches Element der Identifikation der Menschen mit einem Heimatmuseum“, ist Ladage überzeugt. Zugleich müsse auf geändertes Besucherverhalten eingegangen werden. Und auch aktuelle Erkenntnisse der Museumspädagogik sollten berücksichtigt werden. Für das Brunsbütteler Heimatmuseum versuche die Volkshochschule dies umzusetzen: „Wir versuchen mit einer Mischung aus modernen Elementen und traditionellen Präsentationsformen ein attraktives Angebot zu machen.“

Daneben gelte es, neue Besuchergruppen zuerschließen, vor allem Kinder und Schüler. Mit Ausstellungen zu speziellen Themen und auch dem monatlichen Politischen Club, der dort aktuelle Themen diskutiert – ohne Mitgliedschaft und Eintritt – hat sich das kleine Heimatmuseum auch Gruppen geöffnet, die sonst eher nicht gegangen wären. Gerade die Ausstellungen seien nicht immer leicht zu realisieren, sagt Ladage. Schuld ist der niedrige Etat des Hauses. „Ein Budget für Ausstellungen oder Veranstaltungen steht nicht zur Verfügung.“ Hilfreich seien daher gute Kontakte zu größeren Museen in Meldorf, Husum, Schleswig Kiel und sogar Hamburg. Und trotz dieser Schwierigkeiten verzichtet das Brunsbütteler Heimatmuseum auf Eintritt. Besucher haben aber die Möglichkeit, einen Obolus zu spenden und so zu signalisieren, ob es ihnen gefallen hat.

Einen Vorteil sieht Roland Ladage in der Größe des Heimatmuseums. Auf ihren 150 Quadratmetern sorge die Stadtvila für eine geradezu kuschelige Atmosphäre.

Das Konzept seit Übernahme des Heimatmuseums vom Geschichtsverein geht offenbar auf. Bis 2006 seien jährlich 800 bis 1000 Besucher gezählt worden, sagt Ladage. Seit 2007 kämen zwischen 2500 und 3500 Interessierte ins Museum, eingerechnet sind dabei auch die jährlich 20 bis 40 Veranstaltungen.

Im nächsten Jahr gibt er das Ruder ab an Silke Eikermann-Moseberg, die Leiterin Stadtgalerie im Elbeforum. Träger ist ebenfalls die Volkshochschule. „Ich bleibe aber noch ein bisschen dabei“, sagt Roland Ladage.

Am morgigen Sonntag, 1. November, steht für ihn zum Saisonabschluss erstmal die Jubiläumsveranstaltung auf dem Zettel. Von 14.30 bis 17.30 Uhr bietet das Brunsbütteler Heimatmuseum ein vielfältiges Programm für seine Besucher an. Wie immer bei freiem Eintritt und der obligatorischen Tasse Kaffee.

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