zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 17:44 Uhr

Museum bekommt Uhrmacherladen

vom

Werkstatt von Heinrich Nikolaus Nagel soll neue Attraktion der heimatkundlichen Sammlung werden

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Burg | Altes Handwerk, die Geschichte der Schifffahrt und die historische Apotheke präsentiert das Burger Museum in seinen Ausstellungsräumen eindrucksvoll und anschaulich für seine Besucher. Nun ist die Einrichtung in der Großen Mühlenstraße 6 um eine Attraktion reicher. Freitag, 17. Mai, wird eine historische Uhrmacherwerkstatt feierlich eröffnet. Zeitgleich wird an diesem Tag das 20-jährige Bestehen des Fördervereins für das Burger Museum begangen.

Nach einem Sektempfang und Rundgang durch das Museum mit geladenen Gästen wird ab 14 Uhr das Jubiläumsfest für jedermann beginnen. In der Kleinen Mühlenstraße wird es ein Straßenfest mit Festzelt und Live-Musik, Jazz mit Ulf Schirmer und Helmut Robitzki sowie einen Straßenflohmarkt (ohne Standgebühr) geben.

Peter Sommer, Vorsitzender des Fördervereins für das Burger Museum freut sich sehr darüber, dass mit Unterstützung durch das Kultusministerium und die Gemeinde diese neue Ausstellung möglich wurde. "Was wir ab 17. Mai im Museum zeigen, kann man als der alte Uhrmacher bezeichnen. Eine Uhrmacherwerkstatt mit kleinem, typischen Uhrmacherladen, die für mich beide zusammen gehören", schwärmt Peter Sommer.

Die Werkstatt stammt vom ersten Burger Uhrmacher Heinrich Nikolaus Nagel. Gegründet wurde sie 1888 am Markt in Burg. Vor zwei Jahren entschied sich der inzwischen verstorbene Uhrmacher Richard Nagel jun., diese historische Uhrmacherwerkstatt mit allen Geräten und Möbeln an das Burger Museum zu übergeben. Dort wurde die alte Tischlerwerkstatt abgebaut, um Platz zu schaffen. "Es gibt zwar in Deutschland einige Uhrenmuseen, aber eine historische Uhrmacherwerkstatt mit kleinem Uhrmacherladen, wie sie früher auf dem Lande üblich war, habe ich hier bisher nicht entdeckt", betont Peter Sommer.

Im dänischen Freilichtmuseum "Den Gamle By" in Aarhus holte sich eine Delegation des Burger Museums Anregungen. Die Dänischen Museen verstünden es sehr gut, die Vergangenheit authentisch und unverfälscht zu präsentieren, sagt Sommer. Davon habe man viel gelernt für die neue Ausstellung in Burg.

Die Uhrmacherwerkstatt sollte nicht als Ausstellung präsentiert werden, sondern die Besucher sollen sich hier zu einem Uhrmacher und seinem Ladengeschäft in das letzte Jahrhundert begeben können. Der Uhrmacherladen mit seinen Möbeln wurde komplett neu entworfen, von der Tischlerei Krause gefertigt und vom Maler Rolf Sievers in historisch plausiblen Farben gestaltet. Die zeitgemäße Tapete für den Uhrmacherladen kommt aus Schweden. Zunächst fehlten noch die typischen Uhren an den Wänden. Peter Sommer begann dann gezielt zu sammeln. Mittlerweile ist der kleine Uhrmacherladen im Burger Museum gut bestückt mit allen möglichen Uhren aus alter Zeit, von Taschen- und Armbanduhren über eine große englische Standuhr bis hin zu einer alten Turmuhr von 1880. Die stammt aus der ehemaligen Zuckerfabrik in St. Michaelisdonn und wurde vor einigen Jahren von Wolfram Uffhausen aus Burg ins Museum gebracht und dort auf dem Dachboden eingelagert.

Uhrmacher Heinrich Weerts aus St. Michaelisdonn begeisterte sich für das Uhrmacherprojekt in Burg. Mit viel Eifer für seinen Beruf und das alte Handwerk machte er sich daran, manche der Zeitmesser wieder zum Laufen zu bringen, so dass es jetzt, wenn man den Ausstellungsraum betritt, intensiv tickt und läutet. Das große Turmuhrwerk ist inzwischen von Heiner Hardorp vom Förderverein aufgearbeitet und aufgebockt worden. Vorhanden ist auch noch das 60 mal 60 Zentimeter große Zifferblatt. Uhrmacher Weerts versuchte dann auch diese Uhr wieder zum Laufen zu bringen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, da die Zahnräder handgefertigt waren und ausgerechnet die Uhrwerkstrommel mit Zahnrad fehlt. "Jetzt sind wir auf der Suche nach einer Antriebstrommel für das Laufwerk der Turmuhr und haben unsere Fühler zum Museum in Aarhus und zu einem Turm-Uhrmacher in Neustadt ausgestreckt", berichtet Sommer. Zu sehen sein wird das Turmuhrwerk am Eröffnungstag auf jeden Fall. "Ob wir bis dahin schaffen, es auch zum Laufen zu bekommen, liegt nicht allein an uns. Aber wir sind zuversichtlich, dieses Ziel irgendwann zu erreichen", verspricht Peter Sommer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen