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Projekt Klimawald : Münsterdorf setzt auf jeden Baum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Martin Grikschat hat die Stiftung Klimawald mitgegründet. Jetzt sucht er Flächen für den Bürgerwald, damit das CO2-Konto ausgeglichen wird.

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2014 | 17:12 Uhr

Ein großer Lkw zwängt sich in dem Waldstück in der Nähe der Münsterdorfer Sportanlagen einen engen Waldweg entlang. Sein Anblick wirkt hier, wo sonst einzelne Spaziergänger mit Kindern und Hunden laufen, zunächst einmal eher befremdlich. Doch als er vorbeizieht, klärt sich seine Berechtigung durch den Wald zu fahren: Es handelt sich um ein forstwirtschaftliches Fahrzeug, das mehrere Festmeter Holz geladen hat. „Da fährt eine ganze Menge CO2“, freut sich Martin Grikschat, einer der Gründer der Stiftung Klimawald. Der 36-Jährige aus Münsterdorf engagiert sich ehrenamtlich unter anderem über den Ankauf und die Bewaldung freier Flächen für den Klimaschutz in Schleswig-Holstein. Die Stiftung Klimawald baut auf eigenen Flächen Mischwälder an. Dahinter steht der Gedanke, dass Wälder helfen, den Klimawandel abzumildern, weil Bäume in ihrer Wachstumsphase der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und langfristig binden. „Das Holz ist quasi das C aus dem CO2“, erklärt er und verweist auf die Kohlenstoffstudie des Landes Schleswig-Holstein.

Gern würde er auch im Kreis Steinburg Menschen begeistern und mit ihnen in Mitmach-Aktionen neue Waldflächen schaffen. Doch Flächen zum Ankauf zu finden, sei schwer, bedingt durch hohe Bodenpreise. Außerdem müsse eine behördliche Genehmigung zur Aufforstung gewährleistet sein. „Es wäre schön, wenn man im Kreis Steinburg etwas bewegen könnte“, sagt der Münsterdorfer.

Im Nachbarkreis Rendsburg-Eckernförde ist Martin Grikschat mit seiner Stiftung schon etwas weiter. Zum einen wächst in einem Gebiet um Arpsdorf einer der beiden Klimawälder. Zum anderen wurde die Schule „Hohe Geest“ in Hohenwestedt zur ersten Klimawald-Schule Deutschlands ernannt. Am 2. September 2013 übergab Bildungsministerin die Widmungsurkunde an Schulleiter Hans Christian Behrendt und pflanzte einen offiziellen „Klimabaum“. Zudem hat Nobelpreisträger Günther Grass die Patenschaft für die Schule übernommen. Die Themen Klimawandel und Wald finden sich nun fächerübergreifend im Schulunterricht wieder. Dabei bleiben es nicht nur theoretisch, denn die Schüler haben bereits ein Konzept für einen besonderen Lehrpfad im Wald erarbeitet, der auch umgesetzt wird.

Eine aktuelle Mitmach-Aktion der Stiftung ist der „Spendenmarathon 2014“ für einen neuen Klimawald, der zusammen mit dem Landjugendverband Schleswig-Holstein durchgeführt wird. Die gesamte Spendensumme wird in einen Klimawald umgewandelt. Am 15. November wird dann gemeinsam ein neuer Wald in Nordhastedt (Kreis Dithmarschen) gepflanzt.

Insgesamt gehe es bei der Stiftung Klimawald, darum, auch etwas zu hinterlassen und nicht nur zu konsumieren so Martin Grikschat. Die Idee sei: „Wenn viele etwas Kleines geben, kann Großes entstehen. Wenn viele Leute spenden entsteht ein ganzer Wald.“

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