Einzelhandel : „Münsterdorf braucht einen Supermarkt“

Die SPD-Fraktion in Münsterdorfer mit Torsten Jaeger (l.) und Dirk Schümann wirbt für einen Markttreff im Ort.
Die SPD-Fraktion in Münsterdorfer mit Torsten Jaeger (l.) und Dirk Schümann wirbt für einen Markttreff im Ort.

SPD-Ortsverein fordert eine bessere Versorgung in der Gemeinde, nachdem der Verbrauchermarkt geschlossen wurde.

shz.de von
27. März 2017, 17:04 Uhr

Seitdem der vorerst letzte Verbrauchermarkt in Münsterdorf seit Ende des vergangenen Jahres seinen Betrieb eingestellt hat, bildet das Thema Nahversorgung immer wieder Gesprächsstoff. Auch bei der örtlichen SPD-Fraktion, die das Thema „Münsterdorf braucht einen Supermarkt“ unter der Leitung von Gemeindevertreter Dirk Schümann öffentlich diskutierte und damit als erste von drei Fraktionen Farbe bekannte.

Das Ziel, das von der Bevölkerungsentwicklung und der Alterstruktur mitgeprägt ist: „Wir wollen einen Markttreff im Ort“, hatten die Genossen bereits in ihrer Einladung formuliert. Für 66 der 86 Teilnehmer stand spätestens nach der Veranstaltung fest, dass sie auf eine solche Einrichtung, die von Land, Bund und Europäischer Union bezuschusst wird, nicht verzichten wollen.

Als sachkundigen Gast hatte sich die SPD Manfred Langer (56) eingeladen, der in Heidgraben (Kreis Pinneberg) einen Markttreff leitet. Das Gebilde dort, ein Neubau aus dem Jahre 2014 mit angrenzenden Park- und Erholungsflächen im Wert von rund drei Millionen Euro, hat drei Säulen: das Lebensmittelgeschäft, einen Bereich für Dienstleistungen sowie einen Platz für Treffen.

Auch wenn ein Markttreff für Münsterdorf kleiner und deutlich günstiger werden würde – gedacht ist an eine Investition von zirka 750  000 Euro mit einer erwarteten Förderung von 55 Prozent – würden im Falle der Projektrealisierung auf dem Gelände des jetzigen Verbrauchermarkts und der Sparkasse Westholstein in der Kirchenstraße die drei Säulen auch für Münsterdorf gelten. Genug Anschauung gebe es: „Bis heute sind in ganz Schleswig-Holstein 36 Markttreffs in Betrieb. 14 sind in der Planung“, so Schümann.

Im Zuge seines Vortrages machte Manfred Langer deutlich, dass derjenige, der den „Nahversorgungsbetrieb mit Kernsortiment Lebensmittel“ langfristig betreiben will, Durchhaltewillen und Einsatzfreude mitbringen muss. Er selbst arbeite bis zu 80 Stunden wöchentlich.

Innerhalb der Veranstaltung war jedem klar, dass ein Markttreff dauerhaft nur existieren kann, wenn ausreichend eingekauft wird. Für Münsterdorf gebe es dahingehend aber eine gute Prognose. Dazu zitierte Dirk Schümann aus dem „Standortcheck Markttreff Münsterdorf“ der BBE Handelsberatung aus dem September 2015: „Der Standortcheck hat gezeigt, dass ein ausreichendes Nachfragepotenzial vorhanden ist, um einen Nahversorgungsbetrieb mit Kernsortiment Lebensmittel am Standort zu betreiben. Das erzielbare Brutto-Umsatzpotenzial liegt bei bis zu 800  000 Euro. Ein Markttreff mit der berechneten Umsatzgröße ist am Standort rentabel zu betreiben und in der Lage, eine an die Umsatzzielgröße angepasste Miete zu erwirtschaften.“ Sollte das alles wider Erwarten nicht eintreffen und müsste der Markttreff aufgrund von Unwirtschaftlichkeit oder anderen Gründen seinen Betrieb einstellen, dann sind gewährte Landes-, Bundes- und EU-Zuschüsse von der Gemeinde wieder zurückzuzahlen. Die Bindefrist, so teilte Dirk Schümann mit, betrage zwölf Jahre.

Das Wichtigste, so der Sprecher, sei es, einen Betreiber zu finden und Personen, die fördern wollen. Wer das sein kann oder will, stand am Ende der Versammlung nicht fest: Betreiber könnten Personen wie Gruppen sein und Förderer ein Verein oder eine Genossenschaft. Doch nichts sei entschieden, auch wenn es vage Interessenbekundungen gebe.

Ob und wann es einen Markttreff in Münsterdorf geben kann, hat die SPD-Fraktion Münsterdorf aber nicht allein in der Hand, denn sie stellt in der Gemeindevertretung nicht die Mehrheit. Möglicherweise ergibt sich eine Klarheit aber schon am heutigen Montag, wenn das Gemeindeparlament.

Mit dem Verlauf der Versammlung zeigten sich die SPD-Vertreter grundsätzlich zufrieden. Dirk Schümann: „Ich hatte einen guten Eindruck. Ich hätte mir aber mehr Kontrastimmen von denen gewünscht, die gegen den Markttreff sind. Es gibt sie.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen