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Kreis Steinburg : Müllgebühren bleiben bis 2016 stabil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verwaltung und Politik sagen noch günstigere Konditionen voraus. Nur die Umstellung auf SEPA macht dem Umweltamt Kummer.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Für die Steinburger Bevölkerung hat der Kreis fast so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Die Abfallgebühren werden nicht steigen. Besser noch: Bis 2016 bleiben sie auf dem heutigen vergleichsweise niedrigen Niveau. Zu verdanken ist dies einer geschickten Preis- und Ausschreibungspolitik im Kreishaus. Umweltausschuss-Vorsitzender Jürgen Ruge zeigte sich beeindruckt von den jetzt feststehenden Zahlen und zollte vor allem dem Leiter der Steinburger Abfallwirtschaft, Dieter Pape, ein dickes Lob.

Auf der Suche nach neuen Entsorgungsunternehmen und Abnehmern für Abfall und Wertstoffe hat der Kreis offenbar tatsächlich ein gutes Händchen. Unterm Strich wurden jedenfalls sehr günstige Konditionen festgeschrieben. Laut Dieter Pape betreibt Steinburg jetzt ohnehin eine „echte Kreislaufwirtschaft“. Das Altpapier wird nach Glückstadt geschafft und dort auch gleich weiter verarbeitet. Mit dem eingesammelten Papier macht der Kreis ohnehin ein gutes Geschäft – was wiederum allen zugute kommt, weil so die übrigen Müllgebühren niedrig gehalten werden können. Pape lobt dabei die sehr gute Trennungsmentalität in der Bevölkerung, was sich in guter Altpapier-Qualität und damit wiederum in guten Erlösen niederschlage. Auch habe sich die Umstellung auf die Papiertonne für jeden Haushalt gerechnet. Kamen mit den früheren Papiercontainern pro Jahr 6000 Tonnen zusammen, sind es heute 11 000 Tonnen. „Beim Abschluss der Verträge waren wir wohl zum richtigen Zeitpunkt auf dem Markt“, kommentiert Dieter Pape. Jürgen Ruge findet: „Vielleicht war es Glück, vielleicht aber auch Können. In jedem Fall hat Steinburg beim Papier deutlich bessere Preise erzielt.“

Während Verwaltung und Politik nun stabile Abfallgebühren für 2014 und 2015 ankündigen, stellen sie ab 2016 sogar schon sinkende Beiträge in Aussicht. Pape: „In einigen Bereichen wird es deutlich sinkende Ausgaben für die Logistik geben. Dann werden wir wohl noch niedrigere Gebühren bekommen.“

Während beim Papier und beim Restmüll (beides geht nach Glückstadt) und auch beim Bio-Abfall (der geht nach Lübeck) alles in trockenen Tüchern ist, herrscht bei den gelben Säcken noch Ungewissheit. Hierfür ist derzeit allerdings der Kreis auch gar nicht zuständig – obwohl er das zum Teil zumindest gerne wäre. Würden hier nämlich noch alle Wertstoffe herausgefiltert, ließe sich wohl auch damit gutes Geld verdienen – ebenfalls mit positiven Auswirkungen auf der Gebühren.

Von der möglichen Einführung einer gelben Wertstofftonne hält Dieter Pape allerdings nichts viel. Eventuell könnten aber die Wertstoffhöfe künftig als Sammelstelle für besondere Abfallarten genutzt werden. Ab 2015 jedenfalls soll es bundesweit ein neues Wertstoffgesetz geben.

Während an der Gebührenfront jetzt alles in bester Ordnung ist, hat das Umweltamt mit der Umstellung der Lastschriftverfahren auf SEPA derzeit alle Hände voll zu tun. Laut Dieter Pape gibt es von den angeschriebenen Haushalten bisher einen Rücklauf von unter 70 Prozent. Kommen die neuen Einzugsermächtigungen zu spät, drohen Jahresbescheide mit offenen Forderungen. Der Kreis darf dann nämlich die Gebühren nicht mehr wie gewohnt einfach vom Konto abbuchen. Alte Einzugsermächtigungen gelten nicht mehr. Sie waren vielfach noch direkt bei den Stadt- und Amtsverwaltungen hinterlegt werden. Die Verwaltung befürchtet, dass zahlreiche Bürger künftig von Rechnungen überrascht werden. Überhaupt lässt auch bei den Gebühren die Zahlungsmoral mitunter Wünsche offen. Pro Quartal schickt die Verwaltung 1000 bis 1500 Mahnungen an säumige Gebührenzahler. Die stellen sich mitunter aber auch mal selber ein Bein. So hatte mit der Einführung des individuellen Abfallkalenders für jeden einzelnen Haushalt sich ein Anrufer darüber beklagt, dass dort seine Bio-Tonne nicht vermerkt sei. Die Überprüfung ergab: Er hatte gar keine angemeldet – und wurde nun für vier Jahre rückwirkend nachveranlagt.

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