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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 16:42 Uhr

Entsorgung : Müll blockiert das Klärwerk

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hosen, Katzenstreu, Speisereste – immer wieder verursachen übers Klo entsorgte Abfälle teure Schäden in der Brunsbütteler Kläranlage. Zahlen muss die Allgemeinheit.

von
erstellt am 21.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Zunehmend Kopfzerbrechen bereitet der Stadtverwaltung ein offenbar steigender Trend in der Schleusenstadt: Immer mehr Brunsbütteler nutzen die Toilette als scheinbar bequeme Möglichkeit, sich von Abfällen zu entledigen. Die Folge sind Ausfälle im Klärwerk. Und die kosten nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Diese Ausgaben, warnt Lutz Necknig, Geschäftsführer der städtischen Abwasserentsorgung Brunsbüttel GmbH, würden zwangsläufig an die Gebührenzahler weitergereicht. Die Gemeinschaft müsse dafür zahlen, dass einige Mitbürger den Weg zur Mülltonne scheuen.

Denn was Klärwerksleiter Frank Harder und seine Mitarbeiter zuweilen zu Tage fördern, ist durchaus erstaunlich: Asche, Katzenstreu, Hosen, Damenstrümpfe und ähnliches findet den Weg in die Kanalisation – und legt dann immer wieder eine der 72 Pumpen lahm, die dafür sorgen, dass das Abwasser aus Brunsbüttel durch ein 70 Kilometer langes Leitungsnetz zur Kläranlage an der Ostertweute gefördert wird. Das kostet Zeit, und vor allem Geld. Ab 5000 Euro aufwärts, je nach Schaden, berichtet Harder. „Das sind Kosten, die letztlich durch die Bürger aufzubringen sind“, sagt Dirk Blanck, Regionalleiter der für den Klärwerkbetrieb zuständigen Schleswag Abwasser.

Fatal ist auch die Entsorgung von Einwegputzlappen via Toilette, sagt Frank Harder. Denn auf manchen Verpackungen stehe ausdrücklich drauf, dass dies erlaubt sei. „Diese Lappen zersetzen sich aber nicht!“ Selbstverständlich, so Abwasserchef Lutz Necknig, gehörten auch Speisereste nicht ins Klo. „Das ist Nahrung und lockt Ratten an. Die finden mitunter auch den Weg aus dem Rohr in die Toilette.“

Chemikalien gehören ebenso wenig ins Abwasser – und auch nicht in den Gully der Regenwasserkanalisation. Sie stören das empfindliche Bakteriensystem im Klärwerk, dass sich um die Reinigung des Wassers kümmert. Am Ende stehen Strafen, weil die Stadt ungenügend geklärtes Wasser in die Vorfluter einspeist. Auch das erhöht Gebühren.

Seit 2011 bezahlen die Brunsbütteler 3,72 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Geld, das für für den Betrieb der Kläranlage vorgesehen ist. Necknig: „Unser Ziel ist es, eine mindestens konstante Gebühr sicher zustellen.“ Die Einnahmen werden zum Teil reinvestiert. Rund 5,5 Millionen Euro sind in die Modernisierung der Anlage zwischen 2011 und 2013 geflossen. Pro Woche werden allein im Klärwerk sechs Tonnen Feststoffe herausgefiltert. Es könnte eine halbe Tonne weniger sein, wenn die Bürger verantwortungsbewusster vorgingen, sagt Harders. Das wären im Jahr Tonnen Abfall, die das Klärwerk nicht belasteten. Das käme allen in der Stadt zu Gute.

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