ehrwürdig : MTV-Halle vor dem Verkauf

Bald ein Wohngebäude:  Die alte MTV-Halle.
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Bald ein Wohngebäude: Die alte MTV-Halle.

Die alte MTV-Halle in der Itzehoer Hindenburgstraße hat einen Käufer. Ein Beschluss des Bauausschusses macht den Weg frei.

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15. November 2013, 05:00 Uhr

Die alte MTV-Halle in der Hindenburgstraße ist nahezu verkauft. Ein entscheidendes Hindernis hat jetzt der Bauausschuss aus dem Weg geräumt. Unumstritten war der Beschluss nicht.

Mit einem Bieterverfahren hatte der Sport-Club Itzehoe für die nicht mehr benötigte Halle einen Käufer gesucht und gefunden. Er will die Immobilie zu Wohnzwecken für seine Familie sowie für Mieter umbauen. Das aber ist baurechtlich nur möglich, wenn eine Zufahrt besteht. Sie existiert zwar von der Fehrsstraße aus, doch das ist städtisches Gelände. So muss eine Baulast eingetragen werden – ansonsten werde er vom Vertrag zurücktreten, sagte der Käufer, der für die Mitnutzung dieses Weges, der zu städtischen Wohnungen führt, etwa 15 000 Euro zahlen muss.

Der Knackpunkt war aber der Weg, der von der Hindenburgstraße aus zur Halle, aber auch über das Grundstück in die benachbarte kleine Grünanlage führt. Diesen Weg wollte die Stadt ihrerseits mit einer Baulast nutzen, der künftige Eigentümer lehnt das ab, ebenso wie einen Tausch dieser Fläche „schlicht um schlicht“ gegen das Wegerecht auf der Zufahrt. Seine Begründung: Der öffentliche Weg läge im geplanten Garten und führte genau auf das Wohngebäude mit großen Glasfronten zu. So schlug die Verwaltung vor, auf diesen Weg in den kleinen Park zu verzichten. Dieser ist dann nur noch vom Sandberg aus über das Gelände der St. Jürgen-Kapelle erreichbar.

Damit gebe die Stadt ihr einziges Druckmittel aus der Hand, kritisierte Jörg Frähmcke (FDP). Karl-Heinz Zander (Grüne) wollte sich nicht „erpressen“ lassen, Dr. Kirsten Lutz (DAF) fand die Stadt zu nachgiebig. Dagegen Dirk Busch (CDU): „Der Verein ist auf die Einnahmen angewiesen.“ Ohne Zustimmung des Ausschusses gebe es keinen Verkauf, so Vorsitzender Sönke Doll (SPD). „Das bedeutet, dass diese Halle ein Missstand werden wird.“ Es sei eben Privatgrund: „Jeder Eigentümer kann entscheiden, was er damit machen will.“

Die Entscheidung entsprach dem Willen des Käufers, gegen Stimmen von FDP und Grünen. Nun soll der Kauf der Halle alsbald beim Notar besiegelt werden.

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