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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 07:49 Uhr

Motiviert und flexibel auf Jobsuche gehen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 08:31 Uhr

Der Druckkonzern Prinovis schließt sein Werk in Itzehoe zum 30. April, mehr als 1000 Beschäftigte verlieren auf lange Sicht ihren Job. Bei unserer Umfrage in der Innenstadt äußerte über die Hälfte der Befragten die Befürchtung, dass die Situation sich nach der Schließung von Prinovis verschärfen werde.

Keine rosigen Aussichten für Jugendliche, die im Sommer ihren Abschluss in der Tasche haben und ins Berufsleben starten. Wie stehen ihre Chancen? Wir haben bei Frank Burmester, Leiter der Geschäftsstelle Itzehoe der Agentur für Arbeit Heide, nachgefragt – und Antworten bekommen, die durchaus Mut machen. „Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick eine andere Sprache sprechen, erwarte ich langfristig einen moderaten Aufwärtstrend“, sagt Burmester.

Im Bezirk der Geschäftsstelle Itzehoe waren im Dezember 2013 3252 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent entspricht. Der Anteil der Jugendlichen unter 25 Jahren betrug hierbei 11,8 Prozent. Aber obwohl sich die Arbeitslosenquote in Steinburg 2013 im Gegensatz zum Vorjahr leicht verschlechtert habe, gebe es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „In einigen Branchen hatten wir so wenige Bewerber, dass es immer noch offene Stellen gibt“, so Burmester.

Während die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in der Altenpflege, im Handwerk, in der Industrie und in der Elektrobranche gut stünden, sehe es im kaufmännischen Bereich, im Einzelhandel und im Druckgewerbe weniger rosig aus. Immerhin zwei Drittel der von uns befragten Jugendlichen bestätigten, dass ihre Bewerbungen oftmals erfolglos seien und dass es zurzeit sogar mit Mittlerer Reife viel schwerer geworden sei, einen Ausbildungsplatz zu finden.

„Durch die demographische Entwicklung wird sich die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt langfristig verändern. Bereits jetzt besteht in einigen Berufen ein Wettkampf um die besten Auszubildenden“, sagt Burmester. Doch Itzehoe und der Kreis Steinburg halten nicht für alle einen maßgeschneiderten Beruf bereit: „Deshalb sollten die Steinburger weiterhin flexibel sein und sich auch in Richtung Hamburg bewerben.“ Dies spiegelt auch unsere Umfrage wider: Über die Hälfte gab an, Bekannte oder Freunde zu haben, die wegen der Arbeit die Stadt verlassen hätten.

Denen, die einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz suchen, helfe die Agentur für Arbeit neben dem umfangreichen Beratungs- und Vermittlungsangebot auch mit der Förderung von verschiedenen Maßnahmen, die vom Bewerbungscoaching bis hin zur Umschulung in ein neues Berufsfeld reichen, führt Burmester aus. Um arbeitsuchende Jugendliche und Erwachsene zu vermitteln, arbeite die Agentur eng mit Arbeitgebern vor Ort und in der Region zusammen.

Zur Betreuung und Unterstützung der Personalsuche der Betriebe im Kreis Steinburg halte die Agentur für Arbeit seit Jahren einen Arbeitgeberservice vor. „Wichtige Erfolgsfaktoren bei der Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche sind speziell bei Jugendlichen natürlich die Motivation und die Flexibilität“, betont Burmester.

Was Prinovis betrifft, geht Burmester davon aus, dass sich die Werksschließung nicht in der Arbeitslosenquote abbilden werde, obwohl „die Beschäftigungsmöglichkeiten im Beruf des Druckers immer weiter zurückgehen werden, da die Bedarfe an Printmedien, wie Kataloge, durch das Internet deutlich gesunken sind“, sagt Burmester. Aber nicht die gesamte Belegschaft werde von heute auf morgen arbeitslos. Eine Transfergesellschaft fange einen Teil der Beschäftigten für eine gewisse Zeit auf, so würden auch die finanziellen Einschnitte abgemildert. Dadurch würde auch Zeit gewonnen, um neue Arbeitsplätze zu finden oder eine komplette berufliche Umorientierung zu starten.

Taygun Cabuk und Dennis
Griesbach, Klasse HHSU1,
Handelslehranstalt Neumann

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