zur Navigation springen

Kasernengelände : Montag sollen die Flüchtlinge kommen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Innenminister sorgt für Verwirrung: Stefan Studt kündigte für heute erste Asylbewerber für Glückstadt an

Eigentlich sollten heute die ersten Flüchtlinge nach Glückstadt kommen, doch der Termin ist wieder einmal verschoben worden. Ein Grund: Das gesamte Kasernengelände sieht aus wie eine Großbaustelle. Vieles ist tatsächlich noch nicht fertig. Straßen sind noch voller Dreck vom Baustellenverkehr – zu Fuß eine matschige Angelegenheit.

„Uns ist jetzt der 30. November genannt worden“, erklärte Koordinator Reimer Tiedemann gestern vor Ort auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Zustand ist immer noch so, dass wir improvisieren müssen.“ Innenminister Stefan Studt wiederum hatte gestern in Boostedt verkündet, dass heute die ersten Flüchtlinge nach Glückstadt kommen würden. Für Tiedemann kein Problem: Er bekommt seine Auskünfte vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten.

Aber selbst der kommende Montag ist ein ehrgeiziges Ziel. Denn es gibt noch sehr viel zu tun. Die Stadtentwässerung ist noch dabei Leitungen für das Abwasser zu legen. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Stefan Gerke, Kreisgeschäftsführer DRK Steinburg. Auch er hat als Termin den kommenden Montag genannt bekommen.

Weithin sichtbar sind die neu aufgestellten Container, in denen die künftigen Gäste zunächst unterkommen werden. Denn in den ehemaligen Mannschaftsunterkünften der Soldaten wird noch renoviert. Zudem werden dort Fluchtwege in Form von Treppen angebracht – auch das wird voraussichtlich noch zwei Wochen dauern. Außerdem müssen dort Heizungen funktionstüchtig gemacht und Rauchmelder installiert werden.

100 Flüchtlinge sollen ab Montag pro Tag kommen, so dass eine Woche später rund 800 Gäste ein neues Quartier haben dürften. Sie werden in den Containern untergebracht und anschließend in zwei so genannten Notblöcken. Diese sind zurzeit nur bedingt bewohnbar, weil es nur eine provisorische Heizung auf den Fluren gibt. Ab Mitte Dezember soll der erste Block hinter dem Torhaus fertig sein – spätestens aber zu Weihnachten. Dann werden die Bewohner aus dem Notblock umziehen können.

Gestern war Sibylle Lindenberg vor Ort, um sich alles anzusehen. Denn eigentlich sollte die Ärztin heute ihren Dienst antreten. Zweimal in der Woche wird sie im Torhaus die medizinische Untersuchung durchführen – im Wechsel mit anderen Ärzten.

Bei ihrem Rundgang sah sie auch, dass die Container selbst bereits mit Etagenbetten und kleinen Schränken aus Metall ausgestattet sind. Meist sind es Vier-Bett-Zimmer, es gibt auch welche, in denen 30 Betten stehen. Was dort in einigen Räumen schon vorhanden ist: bunte Bettwäsche. Maria Koschel ist in einem Raum damit beschäftigt Papierrollen einzusortieren. Sie arbeitet auf dem Gelände als „Housekeeperin“. Es gebe noch so viel zu tun, sagt sie. Und sie zeigt der Ärztin auch einen speziellen, roten Container: „Das wird der Kindergarten.“

Gleich nebenan wurde Anfang der Woche ein großes Zelt aufgebaut. Künftig wird dort zunächst gegessen, weil die eigentliche Kantine noch Rohbaustelle ist. Doch wann das Zelt ausgestattet wird, ist auch noch nicht klar. Ein Catering-Service wird die Verpflegung übernehmen.

Beim Gang über das Gelände staunt Sibylle Lindenberg über die vielen Handwerker. „Alle arbeiten intensiv, damit die künftigen Gäste ein angenehmes Zuhause bekommen“, sagt sie.

Vor Ort waren gestern auch Vertreter der Polizei, der Feuerwehr und des Ordnungsamtes. Sie hatten eine interne Besprechung mit Reimer Tiedemann zum Brandschutz. Diesen muss die Stadt sicherstellen. Alle zwei Tage ist auch Bürgermeister Gerhard Blasberg dort, um sich die Fortschritte anzusehen. „Ich helfe ehrenamtlich beim Aufbau“, erklärt der Verwaltungschef. Das sei mit dem städtischen Hauptausschuss abgesprochen. Wenn sein Amt als Bürgermeister zum 1. Mai kommenden Jahres beendet ist, wird er beruflich beim DRK auf dem Kasernengelände einsteigen. „Ich bin für die Belegung zuständig.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2015 | 18:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen