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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 02:17 Uhr

„Moin Refugees“: Hilfe für die Helfer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Benefizkonzert am Sonnabend soll für Flüchtlinge tätige Organisationen in Brunsbüttel unterstützen

„Moin Refugees“ – die Brunsbütteler Benefizveranstaltung am 24. Oktober im Elbeforum ist auf der Zielgeraden. Das Organisationsteam mit Jens Rusch an der Spitze hat innerhalb kürzester Zeit eine Konzertnacht organisiert, in der acht Bands für 25 Euro für Unterhaltung sorgen (wir berichteten), und zwar ohne Gage zu kassieren. „Wir machen seit elf Jahren Charity, doch so viel Solidarität gab es noch nie“, fasst Rusch die letzten Wochen zusammen. Einer spontanen Idee folgend, hatte er zu einem Benefizkonzert aufgerufen und innerhalb von gut einer Woche die Finanzierung durch einige große und viele kleine Spenden eingeworben. Vier Wochen später stand das Line up mit Künstlern wie Lotto King Karl und Lake an der Spitze. Mit im Boot Michael Behrendt und Dirk Passage vom Wattolümpiade Verein und Rainer Keiemburg vom ChemCoast Park.

Das Besondere an der Veranstaltung ist, dass die Organisatoren nicht einfach Geld für die Asylbewerber sammeln wollen. „Wir helfen den Helfern“, stellt Keiemburg klar. Mit den kompletten Einnahmen werden die Volkshochschule Brunsbüttel (VHS), der Verein Brunsbüttel hilft und die gemeinnützige Organisation Hoelp finanziell bei ihrer Arbeit unterstützt. „Und da profitieren alle von, Asylbewerber und in Schwierigkeit geratene Mitbürger“, erklären die Macher. Die Bürgerstiftung Brunsbüttel hat die Trägerschaft übernommen, Vorsitzender Wilfried Hansen steht mit Leib und Seele hinter dem Vorhaben. „Brunsbüttel als internationale Hafenstadt ist prädestiniert für so eine Veranstaltung“, sagt der Alt-Bürgermeister. In Süderdithmarschen werden die Asylbewerberfragen bearbeitet, die Menschen sind alle in dieser Region untergebracht. „In festen Unterkünften“, wie Hansen betont. „Wir packen das Thema ganzheitlich an, hier wird Ehrenamt gelebt!“

Bei einem Treffen erläuterten Elke Schmidt-Wessel (VHS), Bernd Brandt (Brunsbüttel hilft) und Alexander Rose (Hoelp) die konkreten Probleme für ihre Organisationen. Die Volkshochschule bietet neben den vom Landesverband geförderten STAFF-Kursen (Starterpaket für Flüchtlinge), in denen die Asylbewerber nicht nur mit der Deutschen Sprache, sondern auch mit den örtlichen Gegebenheiten sowie den täglichen Herausforderungen in der Lebensführung oder bei Behördengängen vertraut gemacht werden, auch weiterführende Sprachkurse an. „Der Organisations- und Verwaltungsmehraufwand wurde von einer VHS-Mitarbeiterin übernommen, die sich mittlerweile ausschließlich um diese Belange kümmert“, führte Elke Schmidt-Wessel aus. Die eigentlichen Aufgaben wurden auf die übrige Dozentenriege verteilt. Die anfallenden Kosten haben im VHS-Haushalt eine Deckungslücke von jetzt 4000 Euro verursacht.

In ähnlichem Bereich ist Brunsbüttel hilft tätig. Der Verein will in der Koogstraße noch im November ein Integrationscafé eröffnen, in dem sich Flüchtlinge, Sprachpartner und Alltagshelfer zum Austausch, aber auch zum Kennenlernen treffen können. „Unsere Mitglieder arbeiten eng mit der Stadt, der VHS, der Diakonie und Hoelp zusammen“, erläutert Bernd Brandt. Das Café soll nicht nur eine Plattform für Gespräche sein, sondern auch Raum für einen kulturellen Austausch mit Informationsabenden über die für den meisten fremden Heimatländer der Flüchtlinge bieten.

Der gemeinnützige Beschäftigungsträger Hoelp ist in ganz Dithmarschen tätig und kümmert sich um, egal ob durch Flucht oder aus anderen Gründen, in Not geratene Menschen. „Aber wir kommen mittlerweile an unsere Grenzen, der Bedarf wird immer größer“, sagt Alexander Rose. Dabei wird in den Einrichtungen kein Unterschied bei der Herkunft oder anderen Merkmalen gemacht. „Wir brauchen Sprachmittler, außerdem reicht das Platzangebot in den Sozialkaufhäusern und der Essensausgabe nicht mehr aus“, konkretisiert Rose. Gerade bei den Lebensmitteln kommt es immer wieder zu Problemen, weil viele der ausländischen Gäste die Nahrungsmittel gar nicht kennen und wissen, wie sie diese zubereiten sollen.

Alle Beteiligten wollen versuchen, auf die positiven Möglichkeiten einer bunten Vielfalt hinzuweisen. Die Organisatoren haben für das Konzert am Sonnabend, 24. Oktober, eine Paten-Karten-Aktion ins Leben gerufen. Wer nicht selber zum Konzert gehen kann oder einfach nur sinnvoll helfen möchte, kann eine Konzertkarte für 25 Euro bei den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet (www.moin-refugiees.de) kaufen und für einen Asylbewerber zur Verfügung stellen.

>„Moin Refugees“ beginnt am 24. Oktober um 18 Uhr, Einlass ist um 17 Uhr. Auftreten werden auf zwei Bühnen neben Lotto King Karl und Lake auch Abi Wallenstein, Beliaz, Norman Keil, Jack Broadbent, AlmostNew und Pay Pandora.


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