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Fast schon historisches Ereignis : Modellschule Verbraucherbildung

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Auftaktveranstaltung für zukunftsweisenden Unterricht an der Gemeinschaftsschule Wilster vor zahlreichen Gästen. Die Verbraucherschule spielt eine bundesweite Vorreiterrolle.

von
erstellt am 27.Okt.2013 | 08:00 Uhr

„Dies ist fast schon ein historisches Ereignis“, wertete Stefan Bock, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, gestern Nachmittag die Auftaktveranstaltung zur landesweiten Modellschule Verbraucherbildung der Gemeinschaftsschule Wilster. Er überreichte Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz und Fachlehrerin Dorothea Venzke, die das Konzept für die Verbraucherbildung an der Gemeinschaftsschule entwickelt hat, das Aushängeschild Verbraucherschule. Auch Zeichen für die Unterstützung des zukunftsweisenden Unterrichts an der Gemeinschaftsschule durch die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz.

Stefan Bock hatte zudem eine Kerze mitgebracht – als Symbol: „Wir entfachen heute das Feuer dieses Leuchtturms.“ Er solle bundesweit leuchten bis in die Schulen im tiefsten Süden Deutschlands. Schleswig-Holstein sei das einzige Bundesland, das das Fach Verbraucherbildung verbindlich im Lehrplan verankert habe, fuhr Stefan Bock fort. Ein Fach von zunehmender Bedeutung angesichts eines sich ständig verändernden Marktes. Das machte auch Katrin Rieger von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Referentin für wirtschaftlichen Verbraucherschutz und Verbraucherbildung, deutlich. Sie betonte vor den zahlreichen Gästen der Veranstaltung in der Mensa der Schule, dass Verbraucherbildung weit mehr sei als die reine Vermittlung von Wissen. Hier werde das Lernen fürs Leben umgesetzt, Verbraucherbildung bedeute präventiver Verbraucherschutz.

Unter dieser Prämisse entwickelte sich die konzeptionelle Vorbereitung auf das Projekt Verbraucherschule seit etwa eineinhalb Jahren. Dafür machten sich Marlis Krumm-Voeltz, Dorothea Venzke und Katrin Rieger gemeinsam stark. Gestern beschrieben sie den Weg bis zur Modellschul-Bewilligung durch die Stiftung. Den Stein ins Rollen brachte an der Gemeinschaftsschule Dorothea Venzke, die Marlis Krumm-Voeltz kurz nachdem diese als Schulleiterin nach Wilster kam ihre Vorstellungen unterbreitete. Bei einem Bewertungstreffen in Berlin entstand der Kontakt zu Katrin Rieger. Gemeinsam mit ihr entwickelte Dorothea Venzke die Idee, die Gemeinschaftsschule Wilster zur Modellschule zu machen. Venzke erarbeitete das Konzept. Die Frage, wie die Reaktion des Kollegiums, der Eltern und der Schüler sein würde, hat sich längst geklärt. In der Gemeinschaftsschule Wilster zogen und ziehen seither für die Modellschule alle an einem Strang.Das Konzept wurde schnell mit Leben gefüllt, Verbraucherbildung ist in den 5. bis 10. Klassen sowie in den flexiblen Übergangsklassen Unterrichtsfach.

Nach den Sommerferien erreichte die Schule der Bewilligungsbescheid der Stiftung für 20 000 Euro über zwei Jahre. Rieger: „Ich denke, da kann man schon ganz schön viel auf die Beine stellen.“ Marlis Krumm-Voeltz sieht darin die Chance, dass die Gemeinschaftsschule Wilster ein ganz besonderes Profil entwickeln kann und ein Alleinstellungsmerkmal im Land habe. Ihre Erfahrungen wollen die Wilsteraner weiterreichen, indem sie ihre Schule als Praktikums- und Ausbildungsschule aufbauen wollen. Studenten bekommen die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in Schulpraktika zu erproben, jungen Lehrkräften sollen verstärkt Plätze für die zweite Phase der Ausbildung in Kooperation mit dem Institut für Qualitätssicherung an schleswig-holsteinischen Schulen angeboten werden.

Musik in den Ohren von Professor Dr. Ines Heindl, Leiterin der Abteilung Ernährungs- und Verbraucherbildung an der Uni Flensburg. Die Universität begleitet ebenso wie die Verbraucherzentrale den Prozess zum Umbau der Gemeinschaftsschule Wilster zur Verbraucherschule. „Ich gratuliere allen hier im Raum“, so Heindl. Es habe eine Generation gebraucht, „hier zu landen“, Schleswig-Holstein sei in der Verbraucherbildung bundesweit Vorreiter. Sie unterstrich die Notwendigkeit, jungen Menschen Alltagskompetenzen – den Umgang mit Geld über gesunde Ernährun bis hin zur Nutzung der Medien – zu vermitteln. Wie das bereits auf vielfältige Weise umgesetzt wird, zeigten Gemeinschaftsschüler in der Pausenhalle. Samira Knopf, Lea Schmedtje, Michelle Bauer, Ronja Rosinsky und Nina Schnackenberg beispielsweise informierten über den kritischen Verbraucher. Sie finden den Verbraucherunterricht gut, nennen insbesondere dasThema Finanzen. An anderen Ständen wurden weitere Projekte präsentiert, Tom Giesemann führte Besucher nach draußen zum Jugendgarten. Der soll – wenn der Schulverband zustimmt – weiter ausgebaut werden.

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