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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 00:16 Uhr

Modellbahner sorgen sich um Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 31.Jan.2016 | 15:34 Uhr

„Seit meinem vierten Lebensjahr besitze ich eine Modelleisenbahn“, erzählt Matthias Wilstermann. Heute ist er 48 Jahre alt und immer noch begeistert von seinem Hobby. Damit hat er inzwischen auch seine Ehefrau Manuela und seinen elfjährigen Sohn Michel „infiziert“. Vor den Besuchern der Aktion „Aktiv im Alter“ im Brokdorfer „Haus der Vereine“ stellte Matthias Wilstermann das von ihm und seiner Ehefrau betreute Projekt Modellbahn an der Grundschule in St. Margarethen vor, das dort seit April 2014 immer mehr Zuspruch findet. Inzwischen sind auch ehemalige Grundschüler ebenso dabei wie Jugendliche aus Brokdorf, Wilster und Glückstadt. Zu ihrem Vortrag hatte die Familie Wilstermann Exponate aus dem Modellbahnprojekt sowie zahlreiche Fotos mit den Kindern der Nachmittagsbetreuung im Unterrichtscontainer der Grundschule mitgebracht, wo sie regelmäßig an der Anlage arbeiten.

Das Projekt, so berichtete Matthias Wilstermann, sei auf Anregung der Schulleitung zustande gekommen. Dafür dankte er der Schulleiterin Ursula Preuß-Köhler ebenso wie dem Schulverband Wilstermarsch, der den Container für die Modellbauer zur Verfügung stellte. In seinen Dank schloss er auch zahlreiche Sponsoren ein. Das Projekt sei beim Wettbewerb „Spielen macht Schule“ mit einer kompletten Modellbahnanlage im Wert von 2500 Euro ausgezeichnet worden. Auch die Bordesholmer Sparkasse ließ dem Projekt 500 Euro zukommen. Weitere Firmen hätten das Projekt immer wieder finanziell unterstützt.

Wert legen Matthias und Manuela Wilstermann auf den sozialen Aspekt ihres Projekts. Kinder, die sich zuvor noch in der Unterrichtspause auf dem Schulhof gezofft hätten, hätten anschließend einträchtig nebeneinander gesessen, um an der Modellbahn zu basteln. Eigenhändig hätten sie Landschaften und Berge aus Papier, Mullbinden, Gips, Leim und Farbe entstehen lassen.

Nachdem sie von einem Glückstädter Hobby-Kollegen eine große Modellbahnlandschaft für nur 300 Euro erwerben konnten und diese zum Abtransport in kleine Einzelteile zerlegt werden musste, griffen auch die Kinder des Modellbahnprojekts zu Akkuschrauber und Bohrer, um die Anlage im Schulcontainer neu zu montieren. Von acht alten und defekten Loks, die er geschenkt bekommen hatte, konnte Matthias Wilstermann fünf wieder für die Projektgruppe in Fahrt setzen. Insgesamt sei der Modelleisenbahnbau aber ein kostspieliges Hobby, räumte Matthias Wilstermann ein. Er mache sich deshalb große Sorgen um den Fortbestand dieses Hobbys, das sich so mancher nicht mehr werde leisten können. Aktuell beschränken sich die Modellbauer der Grundschule auf das Erstellen von einzelnen Modulen, die so konzeptioniert sind, dass man sie leicht transportieren und dann andernorts problemlos wieder zu einer Großanlage zusammenstellen kann. Dieses Verfahren habe sich schon in der Vorweihnachtszeit bei einer Ausstellung in der St. Margarethener Turnhalle bewährt, die von mehr als 300 Besuchern frequentiert worden sei.

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