zur Navigation springen

Gothic-Szene : Model-Karriere abseits des Laufstegs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Attraktiv und außergewöhnlich – Miriam Gosch fällt mit ihrem Aussehen auf. Unter dem Künstlernamen „bloodcrow“ („Blutkrähe“) wird die Itzehoerin mit den großflächigen Tattoos in der Gothic-Szene für Fotoshootings und Modenschauen gebucht.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 15:14 Uhr

Itzehoe | Sie trägt Piercings in Nase und Ohr und Augenbrauen und hat mal dunkle, mal rote und mal gar keine Haare. Sie hat großflächige Tattoos über den ganzen Körper verteilt und liebt die Farbe Schwarz. Die Itzehoerin Miriam Gosch (24) hat ein ausgefallenes Hobby. Die Technische Zeichnerin im Maschinen- und Anlagenbau ist Freizeitmodel. Ihre Aktivitäten stimmen jedoch nicht ganz mit den herkömmlichen Vorstellungen vom Laufsteg überein. Miriam Gosch ist vornehmlich in der Gothic- und Indie-Szene (Independent) unter dem Künstlernamen „bloodcrow“ („Blutkrähe“) aktiv.

Vertreten ist sie mit ihren Fotos in einer Modelkartei für Hobby- und Semi-Profi-Models. „Da betätigen sich neben den Models unter anderem auch Fotografen, Designer oder Visagisten und Hairstylisten“, beschreibt sie. Schon von jeher kleidete sie sich gerne ausgefallen, zuweilen extravagant – von wild über freizügig bis edel. „Ich habe schon immer viele unterschiedliche Klamotten getragen, mich nicht auf einen Stil festgelegt“, erklärt sie. So war sie mal Metal-Queen oder Gothic-Braut, mal Steampunk-Lady, aber auch Mittelalter-Fräulein. Sie trug Barock- und viktorianische Mode bis hin zum Lolita Style, war mal punkig und mal rockig, aber auch mal ganz alltäglich. Die Sachen findet sie im Internet, auf Flohmärkten und über Freunde. „Ich habe eine Affinität zu Unikaten.“ Mit einer Größe von 1,79 Metern und einem Gewicht von nur 58 Kilogramm passt sie problemlos in jedes Kleidungsstück.

Ihr erstes Tattoo bekam sie 2009, als sie 20 Jahre alt war – eine Rosenranke über Schulter und Schlüsselbein. Daran haben sich nach und nach immer mehr angeschlossen. „Ich habe das aufeinander aufgebaut, arbeite an einem Gesamtbild vom Arm über die Brust den Körper entlang bis nach unten.“ Passend zu ihrem Künstlernamen „bloodcrow“ entwarf sie das Bild, das sie sich 2011 tätowieren ließ, selbst. „Ich mag die Tiere, weil sie Überlebenskünstler sind – und aufgrund ihres Äußeren oft verkannt werden.“

Über eine Bekannte ist sie auf die Model-Kartei im Internet aufmerksam geworden. Am 23. Januar 2010 hatte sie ihr erstes Shooting in Rendsburg mit einem Hobby-Fotografen. „Es war ein Test, um auszuprobieren, wie ich posen muss.“ Weil ihr das großen Spaß gemacht hat, hat sie in unregelmäßigen Abständen weitere Shootings abgemacht – ohne kommerziellen Hintergrund, es sei eher ein Geben und Nehmen für beide Seiten. Der Fotograf nutzt die Bilder für Eigenwerbung und Ausstellungen, der Verkauf wird gesondert geregelt. Und das Model kann die Fotos zum Zwecke der Eigenwerbung einsetzen.

„Mit der Zeit habe ich immer bessere Fotos hingekriegt“, stellt Miriam Gosch fest. Sie hat die Bewegungen erlernt, bringt selbst Ideen ein und kann gleichzeitig auf die Vorstellungen des Fotografen eingehen. „Ich habe es mittlerweile mit vielen unterschiedlichen Fotografen zu tun und dabei vor allem den menschlichen Umgang gelernt.“ Die Itzehoerin stand vor Kulissen im Wald, am Strand, im Studio, auf einer Abbruchruine. Sie war in Schleswig auf Plakaten und Flyern abgebildet und auf Fotos in Ausstellungen vertreten, auch in Itzehoe bei der Modenschau zum Thema „Steampunk“ im Prinzeßhof hat sie Mode vorgeführt.

Aber: „Ich mache keine Erotikshootings“, sagt sie. „Meine Aufnahmebereiche gehen bis zum Akt, bei dem es um den künstlerischen Anspruch geht und weniger die erotische Wirkung.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen