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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 07:37 Uhr

Secondhand : Mode für die Musikschule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit ihrem Second-Laden „Glücksfam.“ will Gudrun Frese-Hildenbrock junge Musiker unterstützen. Deshalb spendet sie den Erlös an die Glückstädter Musikschule.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Schicke Kleidung und Accessoires für wenig Geld und das auch noch für einen guten Zweck – im Secondhand-Laden „Glücksfam.“ von Gudrun Frese-Hildenbrock (64) ist das möglich. Hier finden Modeliebhaber nicht nur echte Hingucker, sondern investieren mit ihrem Kauf in den örtlichen Musiknachwuchs. Denn der Erlös geht, abzüglich der laufenden Kosten für Miete oder Inventar, an die Glückstädter Musikschule.

Das Konzept für den sozialen Secondhand-Laden stammt von der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam, die mit ihren Läden weltweit Spenden für soziale Projekte sammelt. Von diesen Oxfam-Shops leitet sich auch der Name „Glücksfam.“ ab. Die Idee kam Gudrun Frese-Hildenbrock schon als junges Mädchen, als sie in London ihre Schwester besuchte. „Da gab es ganz viele von diesen Shops und ich fand das schon damals super.“ Jahrelang lag der Gedanke auf Eis, bis die Hamburgerin vor zwei Jahren mit ihrem Mann nach Glückstadt zog, um näher bei den Enkelkindern zu sein. Sie sah einen leerstehenden Laden in der Deichstraße 6 und gab sich selbst ein Versprechen: „Wenn der in zwei Jahren noch leer ist, dann mache ich hier einen Secondhand-Shop auf.“

Gesagt, getan – zusammen mit Freundin Marina Kühn brachte sie die Räume wieder auf Vordermann, baute Regale auf und brachte Kleiderstangen an. Die Kleider bekommt sie von Freundinnen, ihren Töchtern und von ehemaligen Chorschwestern aus Hamburg. Außer Mänteln, Pullis, Hosen und Blusen sind auch Schmuck, Tücher, Schuhe oder Geschirr dabei. Und obwohl der Großteil der Sachen für Frauen ist, verstecken sich auch ein paar Hemden oder Sakkos zwischen den Kleiderständern. Altbacken seien die Sachen deshalb aber keinesfalls. „Wir haben auch etwas für junge Leute.“ Weitere Spenden von außerhalb wisse sie zwar zu schätzen, doch die Mengen würden ihre Kapazitäten übersteigen. „Dafür habe ich hier einfach zu wenig Platz und ich möchte es auch gerne etwas überschaubarer halten“, sagt sie. An fünf Tagen in der Woche hat die 64-Jährige den Laden jeweils für ein paar Stunden geöffnet. Für längere Öffnungszeiten fehlt ihr die Zeit. „Ich bin ja extra hergezogen, um meine Enkelkinder zu sehen, die beschweren sich sonst“, sagt sie.

Mit dem Geld würde sie am liebsten Kindern den Musikunterricht an einem Instrument ermöglichen, deren Eltern es sich sonst nicht leisten könnten. Wie viel sie mit dem Verkauf für die Musikschule zusammenbekommt, weiß sie allerdings noch nicht. Ersteinmal müssten die Startkosten wieder hereinkommen, nach einem Jahr soll dann Kassensturz gemacht werden.

Die Öffnungszeiten im Glücksfam.: Montag, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Dienstag und Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr.

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