Filmfestival in Itzehoe : Mitten im Sommer: Eiszeit im Kinosaal

Mit Popcorn gewappnet besuchten (v.l.) Denis, Lillian und Bianka Lalla zum ersten Mal das Green-Screen-Filmfestival im Itzehoer Cinemotion-Kino.
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Mit Popcorn gewappnet besuchten (v.l.) Denis, Lillian und Bianka Lalla zum ersten Mal das Green-Screen-Filmfestival im Itzehoer Cinemotion-Kino.

Knapp 200 Rundschau-Leser sehen drei Filme aus dem Himalaya, der Schweiz und Spitzbergen.

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06. August 2018, 05:03 Uhr

Von der Kinoleinwand strahlt es eisig-weiß in die Zuschauerreihen. Grund dafür ist das Green-Screen-Filmfestival, welches das Publikum dieses Jahr mit auf eine Reise unter anderem in die Arktis nimmt. Knapp 200 Rundschau-Leser schauten gestern drei Naturfilme über den schweizer Kanton Tessin, eine Eisbärenfamilie in Spitzbergen und „den süßesten Panda der Welt“ aus dem Himalaya Gebirge. Beim Sh:z-Publikumspreis stimmten die Zuschauer anschließend über ihren Favoriten ab. Ein Ergebnis wird nach Ende des Festivals bekannt gegeben, wenn alle Stimmen ausgezählt sind.

Zurück auf die Leinwand: Tapsig klettert Eisbärbaby „Lucky“ auf den Rücken seiner Bärenmutter, nur um dann wieder rückwärts runter zu purzeln. „Süß“, raunt es aus dem Publikum. Der Naturfilmer Asgeir Helgestad begegnete der Familie 2013 das erste Mal und begleitete die Eisbären seither auf der abgelegenen Inselgruppe im Nordpolarmeer. „Die Stille und das Gefühl, allein mit der Natur zu sein, fasziniert mich“, sagt der Filmemacher in seiner Dokumentation und entführt die Zuschauer in eine Welt aus Eis und Schnee. Letzteres schmilzt jedoch als Folge des Klimawandels immer schneller – die Temperaturen gehen nur noch an acht Monaten im Jahr unter Null Grad. „Die Lebensgrundlage der Tiere ist in Gefahr“, sagt Helgestad. Der Film baut eine Beziehung zum Zuschauer auf und verdeutlicht eine ernste Botschaft: „Es liegt auch an uns, welche Zukunft die Eisbären haben.“ Beim Publikum kam die Geschichte von Eisbärmama „Frost“ sehr gut an: „Der Film hat mir gefallen, denn man konnte erkennen, wie schnell sich die Landschaft durch den Klimawandel ändert“, sagt die elfjährige Lillian. Zuschauerin Elena Stadler fügt hinzu: „Es ist beeindruckend, was für eine Arbeit in dem Film steckt und dass der Kameramann die Eisbären über Jahre hinweg beobachtet hat.“

Ähnlich intensiv beobachtete auch Axel Gebauer einen roten Panda von der Paarung bis zur Geburt eines Jungen. In steilen, undurchdringlichen Bergwäldern, tief im Dschungel des Himalaya filmt er ein intimes Porträt einer jungen Pandamutter, nimmt aber auch die vielfältige Natur und ihre Lebewesen mit der Kamera wahr. „Die Gegend ist beeindruckend“, sagt Zuschauerin Helga Jürgensen.

Ebenso bekannte wie verborgene Gesichter der Schweiz präsentiert Filmemacher Mi-Yong Brehm. In seinem Film „Wunderwelt Schweiz“ nimmt er die Zuschauer mit in den Kanton Tessin. Von Palmen zu Gletschern, über hohe Berge bis zum Lago Maggiore. Die Pflanzenwelt der Alpen bringt die Zuschauer in einen „wahren Farbenrausch“, aber auch die Tierwelt begeistert. Murmeltiere reiben ihre Nasen aneinander und die schillernde Smaragdeidechse wärmt sich in der Sonne auf. Gegensätze bestimmen den Film, denn auf 3000 Metern Höhe herrscht wiederum noch Eiszeit. Der Alpensegler nimmt das Publikum jedoch wieder mit ins Tal der Sonne – und in die müssen nun auch die Zuschauer wieder zurück.

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