Mitmachen als Prävention

Mit Demokratieerfahrung gegen Rechtsextremismus

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28. März 2014, 05:00 Uhr

Spielt Rechtsextremismus hier in Land und Kreis eine ernsthafte Rolle? Wie tritt er auf und was lässt sich dagegen unternehmen? Um solche Fragen zu diskutieren, lud die Bildungslandschaft Itzehoe gemeinsam mit dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) unter dem Motto „Rechtsextremismus – bei uns kein Ding!?“ in die Mensa der Schule ein.

Rund 40 Vertreter aus Schulen, Politik, Verwaltung, Jugendarbeit und Ehrenamt hörten zunächst einen Vortrag des regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (RBT). Tim Kiefer und Till Stehn definierten Begrifflichkeiten zum Thema, bevor sie Beispiele für rechtsextrem Aktive in der Region und rechte Strukturen im Land aufzeigten. Anschließend behandelten sie rechte Denkmuster in der Mitte der Gesellschaft.

In einer anschließenden Diskussionsrunde in mehreren Gruppen ging es um den Zusammenhang zwischen Rechtsextremismus und Wirtschaftslage und darum, wie rechtsextremes Denken entstehen kann.

Als wichtiges präventives Element, um rechtsextremem Denken vorzubeugen und Bürgerbeteiligung zu erreichen, wurde Demokratieerfahrung benannt. Desinteresse und Unkenntnis im Bezug auf Wahlbeteiligung und politisches Engagement führten häufig zu fehlenden Demokratieerfahrungen. Gerade diese Menschen müsse man erreichen.

Eine Projektwerkstatt Demokratieförderung wurde angeregt, in der Alltagsdemokratie in Stadt und Region gefördert werden soll. „Wie können wir Demokratieerfahrung so sexy verpacken, dass sich jeder dafür interessiert?“, fragte Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro in den Raum. Insbesondere Schulen seien ein wichtiger und geeigneter Ort, um Demokratie erfahrbar zu machen.

Dies bestätigte Robin Rosenwanger. Der Abiturient hatte den Stein für die Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ an der AVS ins Rollen gebracht (wir berichteten). „Das war überhaupt nicht schwer, ich habe offene Türen damit eingerannt“, berichtete er über seine eigene Demokratieerfahrung. „Man muss es nur machen.“

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