Schule in Itzehoe : „Mit Yoga wird mein Hirn frei“

Entspannung vor dem Lernen: Schüler Tristan Edel und Len Beuck (hinten) bei Übungen des LRS-Trainings.
Entspannung vor dem Lernen: Schüler Tristan Edel und Len Beuck (hinten) bei Übungen des LRS-Trainings.

Neue Formen der Lese-Rechtschreib-Förderung: Die Auguste-Viktoria-Schule stellt ihr Konzept vor.

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17. Februar 2018, 17:59 Uhr

Tristan (13) streckt seine Arme weit aus, dann hebt er ein Bein und schließt die Augen. Es herrscht eine ruhige und entspannte Atmosphäre im bunten Klassenraum. „Mit Yoga wird mein Gehirn richtig frei“, sagt Tristan – dann schlägt er sein Buch auf und legt los. Die Lese-Rechtschreib-Förderung (LRS) der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) fördert diese Reihenfolge der Aufgabenbewältigung und bietet dies als modernes LRS-Training in einer 90-minütigen Einheit an.

Erkenntlich wird ein Defizit im Bereich Lesen und Schreiben bei Schülern oftmals schon in den ersten Deutscharbeiten. Wenn sich dort die Fehler häufen, liegt meist eine Lese-Rechtschreib-Schwäche vor. Mithilfe einer zeitaufwendigen Methode können die betroffenen Kinder dann an der Schule getestet werden. „Die Ursache für ein Defizit ist im Endeffekt egal“, sagt Lehrerin Christiana Göbel. Das Kind habe dann einfach gewisse Dinge nicht gelernt und diese müssten nachgeholt werden. „Die Zähler werden auf Null gestellt, und es wird nochmal an den Anfangspunkt zurück gegangen“, erklärt Göbel. Wichtig sei dann, in einem geschützten Raum alles auszusprechen, Emotionen loszuwerden und dann das Problem anzupacken. „Wir wollen die Kinder aus ihrer Frust-Ecke raus holen“, sagt Lehrerin Anne Christiansen.

Los geht es in jeder Fördereinheit mit Aufräumen. Hierfür wird eine Sanduhr auf fünf Minuten gestellt. Ist alles ordentlich, wird am Körpergefühl gearbeitet und mithilfe von Atemtechniken „Entspannungszeit“ eingeläutet. Um danach die Konzentration zu steigern, lösen die Schüler Sudokus oder üben schön zu schreiben auf einer Wachstafel. Dann gehen die LRS-Schüler über zur Arbeit im Übungsbuch. „Die Vorübungen sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Aufgaben im Mittelpunkt stehen. Durch die anderen Sachen kann man sich aber besser konzentrieren. Es wirkt alles zusammen wie ein Mosaik“, sagt Christiansen.

Abschließend liest eine der Lehrerinnen etwas vor, die Schüler malen. Neben diesen Übungen können sie ihren Gleichgewichtssinn auch auf einem Parkour trainieren. Über eine Wippe, mit Hilfe von zahlreichen Teamübungen, werden durch überkreuzte Bewegungen die rechte und linke Hirnhälfte verbunden. „Am Anfang ist es mir sehr schwer gefallen die Balance zu halten. Nach einiger Übungszeit kann ich jetzt aber sogar mit drei Freunden gleichzeitig über die Wippe gehen“, sagt Schüler Len Beuck.

Durchweg positive Rückmeldungen haben die Lehrerinnen bisher über das LRS-Training erhalten. „Die Kinder haben sich verbessert. Bei vielen merkt man es an der Konzentration“, so Christiansen.

Info: Beim Info-Tag der AVS morgen (siehe Seite 7) stellt sich unter anderem auch die LRS-Gruppe vor.

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