zur Navigation springen

Raser im Wohngebiet : Mit Vollgas durch die Spielstraße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Muss erst etwas passieren? Das fragt sich ein Anwohner aus dem verkehrsberuhigten Bereich Wiesengrund/Striedtmoorweg in Burg. Dort werde gerast, obwohl Schrittgeschwindigkeit gilt.

Das Zeichen ist unmissverständlich. Und trotzdem halten sich viele nicht daran. Grund genug für eine Anwohnerin, sich an die Burger Politik zu wenden. Ihr Anliegen: Der Verkehr im Wiesengrund und Striedtmoorweg. „Burgs ruhigste Zonen“, wie es während der jüngsten Sitzung des Bau- und Werkausschusses hieß. Denn dort gilt die Regelung für eine Spielstraße. Darauf weist das blaue Schild mit den weißen spielenden Kindern am Eingang zu dem Bereich hin. Zudem gibt es eine Fahrbahnanhebung, die Auto- und Zweiradfahrer auf die Zone aufmerksam machen und für angemessene Geschwindigkeit sorgen soll. Schrittgeschwindigkeit, also sechs bis sieben Kilometer pro Stunde, ist erlaubt. Die Anwohnerin hat andere Erfahrungen gemacht.

Viele Autos seien zu schnell, einige sogar deutlich mehr als 30 Stundenkilometer. Manche benutzten die Fahrbahnanhebung an der Einfahrt sogar regelrecht als Sprunghügel. Zwei tiefe Furchen in der Asphaltdecke zeugen von der Wucht des Aufpralls. Ein anderer Anwohner berichtet von dem Erfindungsreichtum der Verkehrsteilnehmer. Als noch keine Pflanzen wuchsen, seien die Autos durch seinen Vorgarten gefahren, um den Hügel zu umfahren.

Kai Petersen (CDU) empfindet die „Situation eigentlich als sicher, auch für die Kinder“. Allerdings wundere er sich auch, wie viele Autofahrer die Strecke als Abkürzung nutzten. Stephan Sönnichsen-Berau (FDP) hatte bei seinen Besuchen in den Straßen festgestellt, dass „auch viele Anwohner“ dort zu schnell unterwegs seien. Der Ausschussvorsitzende Walter Arriens (Burg Aktiv) fasste die Fakten zusammen: Einen Pfeiler zur Absperrung habe die Verwaltung verworfen, da dadurch im Notfall die Zeit für den Rettungswagen zu lang sein könnte. Eine Welle zur Beruhigung komme wegen der Straßenreinigung nicht in Frage. Zusätzliche Schilder würden entfallen, da kein Schild ein anderes erklären dürfe. Zudem, so Harald Bolling (KWV), würden viele schon nichts mit den spielenden Kindern auf dem Schild anfangen können. Und auch Arriens gab zu, dort sicherlich das eine oder andere Mal zu schnell gefahren zu sein.

Als kurzfristige Maßnahme soll erst einmal die Geschwindigkeitsmesstafel aufgestellt werden. Damit könnte dann ausgewertet werden wie viele Fahrzeuge den Weg nutzten und wie viele zu schnell fahren. Wenn verlässliche Zahlen vorliegen, soll erneut beraten werden. Allerdings soll möglicherweise die Geschwindigkeitsanzeige abgeklebt werden – denn sonst würden einige erstrecht aufs Tempo drücken, um zu sehen „wie viel sie schaffen“, befürchteten die Ausschussmitglieder.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 05:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen