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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 16:01 Uhr

Glückwerk : Mit viel Freude bei der Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Freude bei der Arbeit ist der beste Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft. In einem Eingliederungs-Projekt in Glückstadt arbeiten Menschen mit psychischen Problemen.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Überall fröhliche Gesichter. Menschen, die mit Hingabe bei ihrer Arbeit sind. An einem EDV-Arbeitsplatz digitalisieren Kai Meier (46) und Felix Kuppner (30) Langspielplatten und Musikkassetten. Übereinstimmend sagen sie: „Hier zu arbeiten bereitet große Freude.“

Die Rede ist vom Projekt „Boje“ im Glückwerk in der Großen Kremperstraße. An einem Tag der offenen Tür bekamen über einhundert Besucher einen Einblick in das Arbeitsleben der 81 Beschäftigten. „Boje“ steht für „Berufliche Orientierung und Eingliederung“. Menschen mit psychischer Beeinträchtigung finden Arbeitsplätze in dem Projekt, das eine Nebenstelle der Glückstädter Werkstätten ist. Betreut werden sie von zwölf Mitarbeitern und drei Dozenten, die sie respektvoll, fachlich und sozial kompetent auf ihren Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft begleiten. Der Name „Boje“ hat sich erst im Januar etabliert. Vormals hieß es: „Arbeitskreis Steinburg“.

Die Arbeitsplätze sind vielfältig, ob im EDV und Büroservice (Ute Först), im Feld Montage und Verpackung (Michael Barte und John Petersen), im Garten- und Landschaftsbau (Dirk Ladendorf), im Fahrradservice (Jörg Zelewski) oder in der E-Bike-Fachstation (Karsten Flemming). Auch in der Hauswirtschaft (Inge Jessen) und im Bistro und Ladengeschäft Glückwerk arbeiten die Teilnehmer. Sie bekommen ein monatliches Grundgehalt, bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung. Die Arbeitskleidung wird gestellt. Außerdem werden Deutsch- und Handarbeitskurse angeboten. Bewegung, Gitarrenunterricht und ein Singkreis runden das Angebot ab.

Anne Nagel, Leiterin der Fachabteilung begleitender Dienst, sagt: „Mir ist wichtig, dass die Werkstatt ein Startpunkt in ein selbstbestimmtes Leben innerhalb unserer Gesellschaft ist.“ Sie achte sehr darauf, auch die Kontakte ihrer Schützlinge außerhalb der Werkstatt zu stärken.

„Ich arbeite gerne hier, habe nette Kollegen und die Gartenarbeit macht Spaß“, sagt Sven Uwe Bauer (31), der im Gartenbau beschäftigt ist. Er kann nicht nur mit dem Rasenmäher umgehen, sondern ihn auch reparieren. Dirk Ladendorf (56), Gruppenleiter der Garten- und Landschaftspflege, weiß: „Ich kann mich auf meine 15 Beschäftigten verlassen, das ist eine tolle Truppe.“

Viel Lob auch aus der E-Bike-Station. Die beiden Gruppenleiter Karsten Flemming und Jörg Zelewski (44) berichten übereinstimmend: „Unsere elf Beschäftigen sind lernwillig und motiviert. Sie sind bestrebt sich weiterzubilden.“

Im Feld Verpackung und Montage sind 40 Beschäftigte tätig. An langen Tischen falten sie schwarze Pralinenschachteln. Janina Thies erklärt: „Wir falten nicht nur Schachteln, sondern wir montieren unter anderem Kabelbinder und Verteilerdosen.“ Gruppenleiter Michael Barte sagt stolz: „Die Dankbarkeit der Beschäftigten bereichert mein Leben.“

Olaf Speier, der Leiter der „Boje“, kann sich über die positive Stimmung in seinem Betrieb nur freuen. Seine Devise lautet: „Gemeinsam sind wir stark.“

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