Mit Trillerpfeife für gleichen Lohn

'Der Schnurrbart machts': Auf un gleiche Bezahlung weisen die Frauen in der Fußgängerzone hin.
"Der Schnurrbart machts": Auf un gleiche Bezahlung weisen die Frauen in der Fußgängerzone hin.

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09. März 2009, 10:25 Uhr

Itzehoe | In den 50er Jahren galten Frauen als weniger belastbar und ihre Arbeit als "Minderleistung", es gab Leichtlohngruppen und weniger Geld für Frauen arbeit. Heute ist es gesetz liche und soziale Norm, die Arbeitsleistung von Frauen und Männern als gleich wertig anzuerkennen. "Dennoch verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. In kaum einem anderen EU-Land ist das Lohngefälle so groß", kritisiert DGB-Regional sekretärin Perke Heldt.

Mit Trillerpfeifen und Tröte zogen deshalb Frauen am Sonnabend aus Anlass des Internationalen Frauentages durch die Innenstadt von Itzehoe. Mit dabei waren neben dem DGB die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, die SPD-Politiker Jörn Thiessen und Birgit Herdejürgen sowie Kommunalpolitiker der Grünen und der Linken.

Auf T-Shirts hatte der DGB die unterschiedlichen Löhne von Männern und von Frauen aufgedruckt. "Der Schnurrbart macht den Unterschied, an der Leistung und der Kompetenz von Frauen liegt es nicht, dass sie weniger bekommen", so Perke Heldt. Frauen unterbrechen das Berufsleben oftmals, um Familie und Kinder zu betreuen. "Dafür werden sie mit geringerem Entgelt bestraft", kritisiert Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Svenja Brandt. "Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Branchen und werden in die Rolle einer Zuverdienerin zurückgedrängt", bedauert Karin Lewandowsky, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Viele Frauen arbeiten in Teilzeit. Und insbesondere Minijobs seien ein "Einfallstor für Dumpinglöhne", so Perke Heldt.

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