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Erste FSJ-Stelle beim SV Alemannia : Mit Sport-Projekten ins soziale Jahr

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Der SV Alemannia Wilster hat erstmals eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) eingerichtet – mit finanzieller Hilfe diverser Sponsoren. Der 22-jährige Christoph Thomas übernimmt die Projektbetreuung im Jugendbereich und schreibt damit Vereinsgeschichte.

„Wir sind jetzt offiziell eine von der Sportjugend Schleswig-Holstein anerkannte FSJ-Einsatzstelle“, betonte Hendrik Gertz, Vorsitzender des SV Alemannia (SVA) Wilster. Viel Herzblut hatten Schatzmeister Olaf Prüß und Jugend Obmann Frank Goede investiert, um innerhalb kürzester Zeit die Anerkennung des Landessportverbands Schleswig-Holstein zu erhalten und so Christoph Thomas eine Stelle für sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Fußballverein zur Verfügung stellen zu können. Keine ganz so leichte Aufgabe, musste der Verein doch eine pädagogische Kraft aufweisen, die Christoph Thomas während seines Freiwilligen Sozialen Jahrs als Ansprechperson zur Seite steht und regelmäßig Berichte an den Landessportverband schickt. Gefordert wurden darüber hinaus detaillierte Unterlagen unter anderem mit einer genauen Einsatzplanung für den FSJ-ler, deren Schwerpunkt in der Förderung der Jugendarbeit liegen muss.

Auf die schriftlichen Unterlagen folgten Einladungen nach Kiel, wo sich Frank Goede als pädagogische Kraft und Christoph Thomas mehrstündigen Interviews stellen mussten, bevor schließlich die lang ersehnte Anerkennung ausgehändigt wurde. Es ist absolutes Neuland, das der Verein betrete, aber die Vereinsführung sei sich sicher, dass dieses Projekt für alle Seiten lohnenswert sei, erklärte der Vereinsvorsitzende im Rahmen der offiziellen Amtseinführung des ersten FSJ-ler in der Vereinsgeschichte des SVA.

„Ohne Sponsoren hätte der Verein dieses Projekt nicht realisieren können, da wir einen finanziellen Eigenanteil leisten müssen“, sprach Gertz den Förderern seinen Dank aus. „Der Regionalverein hat immer offene Ohren für innovative Projekte“, erklärte der Vereinsvorsitzende Hans-Werner Speerforck. Ebenfalls begeistert von der Idee zeigten sich Edeka-Markt-Inhaber Ralf Maron, Lars Kietzer von der Kietzer & Wieben Finanzberatung GbR und Rainer Kalwat, Inhaber der Firma J.Bülow, die nicht lange überlegen mussten, um dem Verein ihre finanzielle Unterstützung bei diesem Projekt zuzusagen.

Die kommenden zwölf Monate wird Christoph Thomas wöchentlich 38,5 Stunden für den Verein tätig sein. Reich wird er dabei sicherlich nicht werden, denn neben einem Taschengeld in Höhe von 165 Euro steht ihm lediglich ein Verpflegungsgeld über 224 Euro sowie 50 Euro Unterkunftszuschuss zu. Damit kommt er auf ein monatliches Einkommen von 439 Euro.

Neben der Betreuung der vereinseigenen Homepage, Verwaltungstätigkeiten und Veranstaltungsplanungen steht vor allem die Jugendarbeit im Mittelpunkt seines Aufgabenbereichs. „Wir sind dabei, eine Kooperation mit der Grundschule und der Gemeinschaftsschule aufzubauen“, berichtet Christoph Thomas. Jeweils dienstags und donnerstags wird der 22-jährige Wilsteraner an den Vormittagen zunächst den Jungen aus den dritten und vierten Klassen der Wolfgang-Ratke-Schule im Rahmen einer Fußball-AG die beliebte Freizeitsportart näher bringen. Unterdessen haben die Mädchen die Möglichkeit, an einer von einer Lehrerin geleiteten AG teilzunehmen. Am Nachmittag geht es dann mit den Nachwuchskickern der Gemeinschaftsschule weiter. „Hier trainiere ich an einem Tag die Mädchen und am anderen Tag die Jungen getrennt voneinander“, erklärt der Spieler der 1. Herrenmannschaft des SVA Wilster. Zusätzlich zum Fußballunterricht an den Schulen trainiert und betreut der neue FSJ-ler die D- und G-Jugendmannschaft des Vereins.

„Wir haben noch ganz viele Ideen für weitere Projekte, doch wir müssen uns ja alle erst einmal in dieses Projekt hineinfinden“, so Christoph Thomas, der seit seinem fünften Lebensjahr Mitglied des SVA Wilster ist. Eigentlich wollte der 22-Jährige in diesem Jahr ein Studium beginnen, doch es gab keinen passenden Studienplatz, der ihm die Möglichkeit bot, Mathe und Sport auf Lehramt an Gymnasien zu studieren. Das freie Jahr wollte der begeisterte Fußballer daraufhin gern sinnvoll nutzen, und so bot sich das FSJ an, das auch von den Hochschulen anerkannt wird. „Mir macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr viel Spaß und ich liebe Fußball. Hier habe ich die Möglichkeit, beide Sachen miteinander zu verbinden, was gibt es Besseres?“, sagt Christoph Thomas lächelnd, der nach dem Abitur an der KKS in Itzehoe eine Ausbildung zum Speditionskaufmann absolvierte und anschließend für acht Monate im Rahmen eines Work- and Travel-Programms Australien, Neuseeland und Thailand bereiste.






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erstellt am 05.Sep.2013 | 05:17 Uhr

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