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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 02:09 Uhr

Probe : Mit Spaß und Können zur dritten CD

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie sich der Wilsteraner Frauenchor Sing for Fun auf den Besuch im Aufnahmestudio vorbereitet.

„Und alles fließt zu einem Ooh....“ Das ist nur eine der Übungen, mit denen sich die Frauen in der Bücherei der Wolfgang-Ratke-Schule für den Abend warm singen. Claudia Lemm gibt den Ton vor, serviert Schüttelreime für die Stimmbänder. Zwischendurch immer wieder ein erlösendes oder auch entspannendes Lachen. Schon bei den Aufwärmübungen merkt man: Spaß und Disziplin sind das Erfolgsrezept von „Sing for Fun“.

Einen besseren Namen hätte sich der Chor aus Wilster mit mehr als 50 Mitgliedern aus ganz Steinburg und dem angrenzenden Dithmarschen nicht geben können. Wer sich hier noch gerne einreihen will, muss aber Geduld mitbringen. Gut zehn Jahre nach seiner Gründung hat der Chor inzwischen etwas, von dem andere nur träumen können: Aufnahmestopp und eine Warteliste.

Nächstes Wochenende starten die Sängerinnen aus reiner Freude in Richtung Plön. In einem mobilen Tonstudio wird die dritte CD eingespielt. Nach einem Jahr intensiven Probens wird es dann bei allem Spaß auch mal ernst. „Das wird eine Live-Aufnahme. Das muss auf Anhieb klappen“, weiß Maren Wißemborski, Vorsitzende der fröhlich-musikalischen Frauenrunde und ebenfalls Chorleiterin.

Während der Chor sich weiter dem „Stimmsport“, wie er es nennt, widmet, erläutert Maren Wißemborski im Schnelldurchlauf die Entstehungsgeschichte eines ungewöhnlichen Chores. Die klare Ansage gleich zum Auftakt: „Wir nehmen keine Männer!“ Einzige Ausnahme: Helmut Wedemeyer. Der darf aber nicht mitsingen, er kümmert sich um die Tontechnik. Ansonsten gibt es abgesehen von der Gesamtzahl keine großen Beschränkungen. Die Altersspanne zwischen der jüngsten und der ältesten Sängerin liegt bei grob geschätzt 40 Jahren. Große musikalische Vorbildung ist nicht erforderlich. „Jeder bringt sich mit seiner Stimme ein, so gut er kann“, sagt die Chorleiterin. Notenlesen muss keine beherrschen. Alles läuft nach Gehör und Intuition. Und für den Rest sorgt Maren Wißemborski, die „Sing for Fun“ gestenreich durch die einzelnen Stücke führt. Alles andere „machen wir nach Gefühl“.

Das Repertoire ist breit gefächert. Schlager, Pop, Folk, alte Volkslieder, englisch, plattdeutsch – gesungen wird, was gefällt. Und auch die Auftrittsorte garantieren viel Abwechslung. Die Palette reicht von umjubelten Galakonzerten bis hin zu Hochzeitsjubiläen. „Alle Termine werden bei uns demokratisch abgestimmt“, betont Maren Wißemborski. Inzwischen sei der Chor auch gut ausgebucht. „Wir haben viele schöne Auftritte. Und die wollen wir auch gut machen.“

Derweil kommt immer mehr Bewegung in die bunt gemischte Gruppe. Je weiter der Übungsabend voranschreitet, um so mehr wird bei den Sängerinnen der ganze Körper zur Stimme. Maren Wißemborski muss diesmal allerdings zu etwas mehr Zurückhaltung ermahnen. Mit geschultem Ohr hat sie einen Fremdkörper in ihrem Ensemble ausgemacht, der sich schnell als klappernder Armreif entpuppte. Auf einer CD wäre das vielleicht zu hören.

Weiter geht es ohne Armreif. Die Frauen stimmen den Michael Jackson-Klassiker „Heal the World“ an. „Macht mehr Gefühl rein“, gibt die Chorleiterin vor und mahnt zugleich Disziplin bei der Betonung der einzelnen Liedzeilen an: „Wenn Adele da was verändert, ist das künstlerische Freiheit. Wir dürfen das nicht.“ Die Oldendorferin fügt hinzu: „Ihr müsst es mit Mut und Überzeugung singen.“ Seit einem Jahr proben die Frauen für den Auftritt im Aufnahmestudio. Im Frühsommer soll die CD dann auf den Markt kommen. Da können dann alle Frauen, die noch auf der Warteliste stehen, sich schon mal ein Bild davon machen, zu welchen Höchstleistungen „Sing for Fun“ auflaufen kann. Vorher gibt es noch ein Fotoshooting.

Und anschließend wieder große Auftritte. Zum Beispiel beim Kreisjubiläum im Juli und bei der Benefiz-Gala im September in Itzehoe.

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erstellt am 26.Feb.2017 | 11:00 Uhr

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