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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 06:07 Uhr

EINWEIHUNG : Mit reinster Luft in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zweiter Reinraum am Fraunhofer-Institut ISIT eingeweiht: 36,6 Millionen Euro investiert.

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 17:00 Uhr

70 Meter lang, 37 Meter breit, 22 Meter hoch – groß ist sie, die Itzehoer Zukunftsperspektive. Am Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) ist Mittwoch der neue Reinraum eingeweiht worden.

Der Name ist Programm: Die Luft ist extrem rein, maximal zehn Staubteilchen in 30 Litern, die einem Kubikfuß entsprechen. Diese Bedingungen werden gebraucht für Forschung und Entwicklung in der Mikro- und Nanosystemtechnik. Diese stehe noch am Anfang, sagte ISIT-Leiter Professor Dr. Wolfgang Benecke. Das Institut sei eines der weltweit modernsten Entwicklungszentren für mikroelektromechanische Systeme (MEMS). Sie sind auf vielen Feldern im Einsatz, dieser Markt werde stark wachsen, sagte Frédéric Breussin, Experte der Firma Yole Développement. Davon werde auch der Standort Itzehoe profitieren, meinten Hans-Jürgen Straub und Dr. Peter Merz von X-Fab MEMS Foundry.

Das Unternehmen ist einer von 350 Kunden des ISIT, 50 von ihnen kommen aus Schleswig-Holstein. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer wünschte sich mehr Firmen im Land, die Forschung und Entwicklung betreiben. Verbundprojekte seien wichtig, dabei spiele die Fraunhofer-Gesellschaft eine zentrale Rolle. „Lieb und teuer“ sei dem Land daher das ISIT: Der neue, 1000 Quadratmeter große Reinraum nebst Laboren und Büros für 44 Mitarbeiter erweitert die Angebotspalette, das Ziel sind laut Benecke weitere Kooperationen mit der Industrie.

Das kostete 36,6 Millionen Euro, 27,45 Millionen Euro davon kamen vom Land – eines der größten geförderten Projekte in jüngster Zeit, so Meyer. Das Technologie-Cluster solle weiter ausgebaut werden, als weiteres Feld ist dabei die Leistungselektronik hinzugekommen, die für die Energiewende gebraucht wird. Die Effizienz der Stromnutzung zu steigern, sei eine der Hauptaufgaben, sagte Professor Dr. Alfred Gossner aus dem Fraunhofer-Vorstand.

Es gehe um Zukunftsfähigkeit, wurde immer wieder betont bei der Feier, die von NDR-Fernsehjournalistin Harriet Heise moderiert wurde. Und um Arbeitsplätze: 150 Stellen im ISIT und Hunderte weitere in Partnerfirmen wurden bereits in den vergangenen fast 20 Jahren geschaffen. „Das ist nicht für Schleswig-Holstein wichtig, sondern auch direkt für die Region“, sagte Minister Meyer. Nun kommen viele neue, hoch qualifizierte Jobs hinzu, sehr zur Freude von Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen: „Endlich wieder eine positive Nachricht.“

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