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St. Bartholomäuskirche Wilster : Mit Orgelkonzert ins Luther-Jahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Warum für Hartwig Barte-Hanssen die Orgel die Königin aller Instrumente ist und wie er zum Kirchenmusiker wurde.

Gleich am ersten Tag des neuen Jahres zieht Hartwig Barte-Hanssen wieder alle Register. Dann lädt die Kirchengemeinde Wilster zum ersten Orgelkonzert des Jahres 2017 ein. „Mit dem Blick auf Krippe, Altar und Weihnachtbaum schenkt die Musik noch einmal eine Stunde der inneren Einkehr. Da der erste Tag des Jahres noch mit in die weihnachtliche Zeit gehört, gleichzeitig das neue Jahr begrüßt und der Tag als Hochfest der Gottesmutter Maria gefeiert wird, werden alle diese Aspekte im Konzert anklingen“, sagt Hartwig Barte-Hanssen. Der Kirchenmusiker lässt an der Großen Orgel und der Kleinen Marienorgel dann neben der Himmelsorgel auch die Nachtigall, den Kuckucksruf, den Zimbelstern und das Marien-Carillon (Glockenspiel) erklingen – und er wird auch dann wieder voll in seinem Element sein.

Für den heute 55 Jahre alten Barte-Hanssen ist die Kirchenorgel die „Königin aller Instrumente“. „Kein anderes Instrument kann eine solche klangliche Vielfalt aufbieten“, spürt man seine Begeisterung schon bei einem kleinen Rundgang durch die musikalische Welt der Wilsteraner St. Bartholomäuskirche. Ob Trompete, Posaune oder Oboe, alles lasse sich mit dem Instrument darstellen. Hinzu kämen die vielfältigen Effektregister. Für Hartwig Barte-Hanssen war die Begegnung mit der Kirchenorgel Liebe auf den ersten Blick, pardon: auf das erste Hören. Als Konfirmand bei dem damaligen Itzehoer Propst Dr. Arthur Noffke war er erstmals mit der Orgel in Berührung gekommen, seinerzeit gespielt von dem früheren St. Laurentii-Kantor Hartmut Bethke. „Von da an wollte ich unbedingt Orgel spielen.“

Seit vielen Jahren zählt der Wilsteraner nun zu den glücklichen Menschen, die Hobby, Leidenschaft und Beruf vereinen können. Dankbar ist Barte-Hanssen dabei vor allem seiner Kirchengemeinde, die ihm in seiner musikalischen Arbeit größtmögliche Freiheiten gewähre. Das beinhaltet auch regelmäßige Konzertreisen. „Und immer komme ich dann mit viel Kraft und Enthusiasmus wieder zurück nach Hause.“ Barte-Hanssen fügt erklärend hinzu: „Reisen, spielen, an anderen Orten Literatur kaufen – das macht einfach viel Freude.“

Die überträgt sich offenbar auch auf viele seiner Zuhörer. Bei den regelmäßigen Konzerten in der St. Bartholomäuskirchen – zum Teil mit renommierten Gastspielern an den Tasten – gibt es mittlerweile einen festen Zuhörerkreis von etwa 100 Musikliebhabern. „30 bis 60 von ihnen sind immer dabei.“ Etwa zwei Drittel davon seien Laien. „Die kommen einfach aus Freude an der Musik.“ Die übrigen seien echte Experten, die zum Teil sogar aus Hamburg nach Wilster reisen, um Barte-Hanssen und sein Orgelspiel zu hören.

Die Geschmäcker haben sich inzwischen aber verändert. „Nur Bach ist zu wenig. Das kann man nur noch in Leipzig machen“, weiß Barte-Hanssen, der als Musiker selbst gar nicht im Mittelpunkt stehen will. „Meine Aufgabe ist es, Brücken zu bauen und die Menschen zu erreichen.“ Und wenn es in den Kontext passt, wird dafür bei einer goldenen Konfirmation auch schon mal der Sinatra-Klassiker „I Did It My Way“ gespielt.

Musik ist für Barte-Hanssen ein „Geschenk Gottes“, das spätestens seit Martin Luther zur Verkündigung einfach dazugehöre. Entsprechend steht im Jubiläumsjahr der Reformation seine Orgel immer wieder im Mittelpunkt – mit dem krönenden Abschluss eines Weihnachtsoratoriums „Bach, der Lutheraner“ am 17. Dezember 2017.

Hauptwerk beim Neujahrskonzert wird aber die weihnachtliche Suite „A Nativity Suite“ von Wilbur Held (1914-2015) sein. Dazu gibt es Stücke von John Morén, Lothar Graap, Charles Wesley und Pietro Alessandro Yon sowie „Norman’s Dance“ aus der Feder von Barte-Hanssen. Dann wird der Kirchenmusiker gleich am ersten Tag des neuen Jahres wieder alle Register ziehen. Beginn ist um 17 Uhr, Eintritt ist frei. Am Ausgang erbittet die Kirchengemeinde eine Kollekte.


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erstellt am 30.Dez.2016 | 05:05 Uhr

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