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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 23:25 Uhr

Papierwerk : Mit Öko-Produktion im Zeitgeist

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Firma Steinbeis Papier setzt auf nachhaltige Produktion. Neues Führungsduo plant weitere Investitionen für das Unternehmen.

Veränderung – mit diesem Schlagwort umschrieb der Betriebsratsvorsitzende Jörg Behrens das vergangene Jahr der Firma Steinbeis Papier. Denn davon habe es in den letzten zwölf Monaten so einige gegeben. In der Branche schaue man neidisch auf Glückstadt, denn während anderswo gespart werde, habe man hier kontinuierlich in die Zukunft investiert. Zum Beispiel mit dem Ausbau der Papiermaschine (PM) 6, durch den die Produktion um neue Sorten wie höher gewichtiges Papier oder glänzende Magazinpapiere erweitert werden konnte.

Auf dem diesjährigen Grünkohlessen, zu dem traditionell ehemalige Mitarbeiter im Rentenalter ins Tivoli eingeladen werden, zog auch das neue Führungsduo des Unternehmens Bilanz. Denn seit Oktober 2013 stehen mit Dr. Michael Hunold und Jochen Schulte-Mattler wieder zwei Geschäftsführer an der Spitze des Unternehmens.

Außerdem soll laut Dr. Hunold weiterhin an einer „ressourcenschonenden Produktion“ gearbeitet werden, was vor allem auch den Energieverbrauch betreffe. Bei der Altpapiermaschine AP3 sei das schon gelungen: Hier konnten durch eine neue Technik etwa 30 Prozent an Energie im Bereich der Flotation eingespart werden. Ein Schritt in die richtige Richtung – schließlich läge der Strompreis für die Industrie in Deutschland etwa 20 Prozent über dem EU-Durchschnitt und schon bald könnten mit der drohenden EEG-Umlage weitere Kosten auf das Unternehmen zukommen. „Wir als Papierindustrie werden sicher eine zusätzliche Belastung davontragen, aber wir werden dagegen angehen“, so Jochen Schulte-Mattler.

Sorgen bereitete dem Geschäftsführer auch der anstehende Ausbau der A7. „Wir haben große Sorge, dass es dabei zu erheblichen Einschränkungen in unserem Güterverkehr kommen wird, denn die Ausweichstrecke über die A20 fällt weg“, sagte er. Auch auf dem Papiermarkt wehe derzeit ein „scharfer Wind“, die Mengen an Altpapier gingen zurück und fast alle Firmen versuchten, an Papier zu sparen. Mit seiner ökologisch ausgerichteten Produktion entspreche Steinbeis jedoch dem Zeitgeist und sei damit auf dem richtigen Kurs.

Auf der To-Do-Liste für 2014 stünden jedoch noch weitere Investitionen. So werde bereits intensiv an einem weiteren Umbau der Papiermaschine 4 gearbeitet, und im Klärwerk wurde in Zusammenarbeit mit der Uni Kiel ein Projekt begonnen, mit dem Abwasser mithilfe robuster Schilfpflanzen zusätzlich gereinigt werden könne. Außerdem soll ein neues automatisches Rollenlager entstehen, das bis zu 15 000 Tonnen Papier aufnehmen könnte. Hohe Ziele – doch genau die würden laut Dr. Michael Hunold den Charakter von Steinbeis ausmachen: „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen, das sich im Konzert der Großen behauptet.“

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erstellt am 31.Jan.2014 | 16:53 Uhr

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