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Mit Notstrom für den Katastrophenfall gerüstet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amtsgebäude soll vom Netz unabhängig gemacht werden

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 13:57 Uhr

Im Gebäude der Amtsverwaltung Wilstermarsch sollen Notstromaggregate eingebaut werden. Die Kosten für eine vom Netz unabhängige Versorgung mit elektrischer Energie wollen sich das Amt und der Kreis teilen. Das teilte Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck während einer Dienstversammlung der Wehrführungen mit.

Der Notstrom ist Teil eines Konzepts, mit dem sich die Region für einen möglichen Katastrophenfall wappnet. Im Rahmen einer Wehrabschnittsleitung wollen die Wilstermarsch-Feuerwehren dann im Amtsgebäude Stellung beziehen, um von da aus Einsätze führen zu können. Das Hauptaugenmerk gilt dabei insbesondere möglichen Sturmfluten und dabei dann der Verteidigung der Deiche. Wie stellvertretender Amtswehrführer Axel Erdmann dazu mitteilte, ist die Einsatzführung inzwischen auch entsprechend ausgestattet worden. So seien zwei große Stellwände für Lagepläne beschafft worden, die in der im großen Sitzungssaal des Amtsgebäudes einzurichtenden Einsatzzentrale aufgebaut werden sollen. Dazu gab es zwei Laptops sowie Funkgeräte mit Headsets und Fußschalter. Erdmann und Franck lobten in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Steinburger Kreisverwaltung für die zügige und gute Zusammenarbeit.

Kein Thema bei den Feuerwehren in der Wilstermarsch ist derzeit hingegen der Streit um die Kameradschaftskassen. Viele Feuerwehren laufen Sturm gegen eine Neuregelung des Brandschutzgesetzes. Danach sollen für die Gelder aus den Kameradschaftskassen künftig Haushaltspläne aufgestellt werden. Rein rechtlich gesehen, so ein weiterer Knackpunkt, gehöre das Geld zudem den jeweiligen Kommunen. Feuerwehrleute befürchten insbesondere, dass ihnen der Zugriff auf die ehrenamtliche Kassenführung verwehrt oder zumindest erschwert wird.

In der Wilstermarsch verfolgt man die Diskussionen eher entspannt. Amtswehrführer Thorsten Heins: „Da ist zurzeit eigentlich gar kein Druck im Kessel.“ Er verwies auf das noch laufende Gesetzgebungsverfahren. Am Ende der politischen Diskussion könnte, so mutmaßt er, ein ganz anderes Ergebnis stehen. Heins in Anspielung auf einen Bericht in unserer Zeitung über kritische Stimmen aus Itzehoe: „Im Gegensatz zu anderen ist in der Wilstermarsch bei dem Thema Entspannung angesagt.“ „Wir machen erst einmal weiter wie bisher“, gibt auch der für die Wehren zuständige Thorsten Franck Entwarnung und fügte hinzu: „Es braucht keiner nervös zu werden.“

Weiteres Thema in der Dienstversammlung war der Versicherungsschutz für Feuerwehrleute. Nach einem Angebot der Feuerwehr-Unfallkasse können Helfer für einen Kostenbeitrag von derzeit 12,50 Euro pro jeweils 500 Einwohner von ihren Gemeinden gegen Fälle versichert werden, die bislang eher in eine Grauzone fielen. Beispiel: Im Einsatz erleidet ein Feuerwehrmann einen Herzinfarkt; es hatte aber bereits eine Vorerkrankung gegeben. Tenor in der Dienstversammlung: Mit der Versicherung könne man für wenig Geld Streitfälle vermeiden und das Ehrenamt stärken. Thorsten Franck will das Thema jetzt für die Bürgermeisterrunde aufarbeiten.

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